Spannende Spurensuche auf dem Kulturweg Eisen

Spannende Spurensuche auf dem Kulturweg Eisen

LEADER-Region und NRW-Stiftung fördern Projekt des Wittgensteiner Heimatvereins

Wittgenstein, 25. Juni 2020. Bei dem Kulturweg Eisen geht es ums Ganze: Mit interessanten Informationen, unterhaltsamen Geschichten und emotionalen Momenten sollen die Wanderer der heimischen Historie auf besondere Art und Weise auf die Spur kommen – Natur und Kultur werden zum Erlebnis. Der Wittgensteiner Heimatverein möchte den bestehenden archäologisch-historischen Lehrpfad in das Konzept Kulturweg Eisen überführen und das Teilstück Aue – Birkefehl nach Schweizer Vorbild weiterentwickeln. Ermöglicht wird das Projekt zum einen durch die LEADER-Förderung und zum anderen durch die NRW-Stiftung, die die Mittel für den Eigenanteil zur Verfügung stellt.

„Dieses Projekt ist einfach klasse, weil es der breiten Masse dient: Sowohl Einheimische als auch Touristen profitieren von dem Weg“, betonte Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wittgenstein, bei der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von rund 31.000 Euro. Insgesamt liegen die Projektkosten für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung bei etwa 47.000 Euro.

Von Altenberg-Müsen bis Wilzenberg-Schmallenberg soll der komplette Kulturweg Eisen als neue Form eines kulturhistorischen Erlebniswegs führen. Der bestehende archäologische Lehrpfad, der zwischen Aue und Birkefehl verläuft, wird dabei Teil des Kulturwegs Eisen: Indem der Wittgensteiner Heimatverein den neun Kilometer langen Rundweg zukunftsfähig weiterentwickelt.

Auf originalgetreuen Trassen wird unter Einbeziehung von Kulturgütern am Wegrand und unter Nutzung unterschiedlicher Medien wie Infotafeln, Website, QR-Codes und Filmen die Vergangenheit der Region erschlossen. Auch ein Hörspiel ist geplant, um den Transport von Kohle und Eisen mit Ochsenkarren nachzustellen. Mit (Hi)Storytelling – nach dem Prinzip: Geschichten vor Geschichte – soll die Vergangenheit nicht nur informativ, sondern auch spannend und emotional aufgearbeitet, vermittelt und schließlich erlebbar werden. Corten-Stahl wird für die Ständer der Infotafeln verwendet, so wird das Eisen haptisch.

Konzipiert wird der Weg nach Vorbild der Schweizer Kulturwege. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend: Nutzung und Erhaltung historischer Verkehrswege, nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft und der touristischen Wertschöpfung sowie die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schüler für den Schutz der Kulturlandschaft.

„Mit dem Kulturweg Eisen wollen wir ein Gebilde schaffen, das von der ersten Gewinnung des Metalls bis ins Heute zeigt, wie Eisen unsere Wittgensteiner Welt verändert hat“, erklärt Otto Marburger als Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins. Auf der Strecke von Aue bis nach Birkefehl quert der Eisenweg zahlreiche bedeutende archäologische Fundstellen, die vor allem der Heimatforscher Hans-Günter Radenbach seit den 1970er Jahren entdeckte und erforschte, zum Beispiel die Nekropole auf der Steinkaute in Birkefehl. „Radenbach hat spektakuläre Funde gemacht“, meint Otto Marburger. „Die dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Bei der Erstellung der inhaltlichen Konzeption arbeitet der Wittgensteiner Heimatverein eng mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Archäologie Westfalen zusammen. Expertise im Thema Wandern ist durch die Zusammenarbeit mit dem Bad Berleburg Markt und Tourismus e.V. und dem Rothaarsteigverein gewährleistet. Um die Pflege des Weges werden sich der Heimat- und Touristikverein Aue-Wingeshausen und die Heimatfreunde Birkefehl kümmern. Des Weiteren gibt es eine Kooperation mit der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule: Die Schüler beschäftigen sich mit der Eisenerzgewinnung an einem Stollen.

Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau ist begeistert von dem Projekt: „Durch diesen Weg bekommen die herausragenden Ausgrabungen einen besonderen Stellenwert.“ Zudem repräsentiert der Pfad auch den interkommunalen Zusammenhalt: „Das Projekt ist ein guter Brückenschlag zwischen den Kommunen und zeigt, welche Bedeutung unsere Wurzeln haben“, meint der Bad Berleburger Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Beide sind sich einig: „Wir danken dem Wittgensteiner Heimatverein für das Vorantreiben des Projektes.“

Schnelle Hilfe bei Pannen im Nirgendwo

Schnelle Hilfe bei Pannen im Nirgendwo

LEADER fördert TKS-Projekt: Drei Fahrrad-Reparaturstationen am Lahnradweg

Bad Laasphe, 12. Juni 2020. Weit oben auf der Liste sportlicher Aktivitäten in Wittgenstein steht das Radfahren. Die Tourismus, Kur und Stadtentwicklung Bad Laasphe GmbH (TKS) möchte den Lahnradweg auf ihrem Gebiet aufwerten: Drei Pannenstationen sollen Radfahrern mehr Sicherheit bieten. Ein förderwürdiges Projekt für die Region im Rahmen von LEADER. Vor wenigen Tagen kam der Bewilligungsbescheid für „Entspanntes Radeln in der Natur – Schnelle Hilfe bei Pannen mitten im Nirgendwo“.

„Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) war sofort begeistert von der Idee“, sagt der LAG-Vorsitzende Holger Saßmannshausen. „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt nun umgesetzt werden kann.“ Die LEADER-Förderung deckt 65 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund 13.900 Euro, die restlichen knapp 5.000 Euro stemmt die TKS mit Eigenmitteln.

Pannenhilfe kostenlos und rund um die Uhr
Die naturnahen und abgelegenen Wege in der weitläufigen Landschaft machen den Radtourismus in Bad Laasphe bei Touristen und Einheimischen sehr beliebt. Allerdings ist mitten in der Natur nicht immer Handyempfang: Das kann im Falle einer Panne zum Problem werden. Durch teils steile Passagen und unbefestigte Waldwege verliert der Reifen schnell mal ein wenig Luft oder eine Schraube löst sich. „Wer dann kein passendes Werkzeug dabeihat, müsste schieben“, weiß TKS-Geschäftsführerin Signe Friedreich.

Sie erklärt die Intention des Projektes: „Wir sind eine Destination an einem der bekanntesten Radwege in Deutschland. Da dürfen solche Servicestationen einfach nicht fehlen.“ Mit den Pannenhelfern können Radfahrer ihr Fahrrad kostenlos und jederzeit auf Vordermann bringen. Signe Friedreich: „Wir wollen damit ein Gefühl der Sicherheit mitten in der Natur vermitteln und die Radwege qualitativ aufwerten.“

Umfassende Ausstattung
Die Fahrrad-Reparaturstationen sollen auf einem Betonfundament fest im Boden verankert werden. Ausgestattet mit allen wichtigen Werkzeugen, die an einziehbaren Stahlseilen aus geflochtenem Edelstahl befestigt sind: Sechskantschlüssel-Set, Reifenheber, Schraubenschlüssel, Schraubenzieher und Konusschlüssel. „Die Stationen werden so konzipiert, dass die Wartung des Rades problemlos möglich ist“, so die TKS-Chefin.

Abgelegene Standorte
An drei Standorten entlang des Lahnradwegs sollen die Vorrichtungen platziert werden: In der Nähe von Volkholz im Ortsteil Welschengeheu, zwischen Bermershausen und Saßmannshausen und am Ortsausgang Bad Laasphe/Niederlaasphe. „Wir stellen die Pannenhelfer bewusst an Orten auf, an denen die Menschen auf sich selbst angewiesen sind“, sagt Signe Friedreich.

Die Stationen bieten darüber hinaus Platz für Werbemittel und Informationen: Dort können Details zum Wegeverlauf, die nächste Radwerkstatt sowie interessante Orte am Wegesrand aufgezeigt werden. Die Geschäftsführerin erklärt: „Mit den Radwerkstätten unserer Lahnstadt sind wir bereits im Gespräch.“

LEADER-Region: 180.000 Euro für Kleinprojekte-Förderung

LEADER-Region: 180.000 Euro für Kleinprojekte-Förderung

Virtuelle Mitgliederversammlung des Vereins LAG Region Wittgenstein

Wittgenstein, 5. Juni 2020. Die Erfahrungen und Notwendigkeiten der vergangenen Monate haben es gezeigt: Eine Mitgliederversammlung ohne wirkliche Zusammenkunft ist im Internetzeitalter technisch durchaus möglich. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ging auch der Verein Lokale Aktionsgruppe (LAG) Region Wittgenstein, der Projekte für das EU-Förderprogramm LEADER entwickelt und betreut, jetzt online, um den Termin wie geplant stattfinden zu lassen. „Eine Mitgliederversammlung im virtuellen Raum ist zwar ungewohnt, aber gut machbar“, so das Resümee des Vorsitzenden Holger Saßmannshausen.

Aktueller Projektstatus
Im Mittelpunkt stand der Jahresbericht. Jens Steinhoff vom Regionalmanagement zog Bilanz: In der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 wurden 45 Projekte durch die LAG beschlossen; 23 sind bereits in Umsetzung bzw. abgeschlossen, 15 weitere sind in Antragsbearbeitung. Mit Blick auf die Zeitschiene bedeutet das: Bis spätestens Ende 2021 müssen die Projekte bewilligt sein und bis Sommer 2023 umgesetzt werden. „Fördermittel, die bis dahin nicht in bewilligten Anträgen gebunden sind, stehen der Region nicht mehr zur Verfügung“, erklärte der Regionalmanager. Umso erfreulicher liest sich der aktuelle Projektstatus, der nur ein Prozent ungebundene Mittel aufweist. „Das wäre also fast eine Punktlandung“, führte Jens Steinhoff aus.

Neues Budget für Kleinprojekte
Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war eine Satzungsänderung, die künftig auch die Förderung von Kleinprojekten in der LAG Region Wittgenstein einschließt. Durch dieses Förderinstrument stehen der Region in diesem Jahr Gesamtmittel in Höhe von 180.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Der öffentliche Aufruf für die Bewerbung erfolgte Ende April, Stichtag war der 2. Juni. Denn die Auswahl und Konzeption der zu fördernden Kleinprojekte sollte schnellstmöglich erfolgen, da die Maßnahmen bis spätestens Ende November 2020 umgesetzt und abgerechnet sein müssen.

Projektauswahl bis Ende Juni
Attraktiv ist dieses Programm vor allem durch die Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Das haben viele Vereine und Institutionen in Wittgenstein erkannt. Dem entsprechend lang ist die Liste der Bewerbungen: 31 Projektideen mit einem Gesamtvolumen von 435.000 Euro liegen vor. „Das ist wirklich überwältigend“, meinte Holger Saßmannshausen. Allerdings folgt nun erstmal die Qual der Wahl: Im nächsten Schritt muss anhand von qualitativen Bewertungskriterien, die auch im LEADER-Prozess angewandt werden, eine Projektauswahl getroffen werden, bevor Ende Juni der Antrag bei der Bezirksregierung gestellt werden kann.

Personelle Wechsel
Zudem gab es einige Personalien: Neu im Vorstand sind Gabriele Rahrbach-Reinhold als stellvertretendes Mitglied für das Evangelische Johanneswerk/Klinik Wittgenstein sowie Marvin Feldmann und Günter Padt als Vertreter bzw. Stellvertreter für den Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd.

Personelle Wechsel betrafen auch das Regionalmanagement: Im Mai nahm Ines Wünnemann eine neue berufliche Herausforderung in der Region an. Carolin Lünser befindet sich aktuell in Elternzeit. Ihre Vertretung übernimmt als Dienstleiter die Agentur embe consult, vertreten durch Stefanie August und Andreas Bernshausen. Kontakt zum Regionalmanagement: Telefon 02751 922-1234, E-Mail: info@leader-wittgenstein.de.

Eine besondere Perspektive: Imagefilm über Wittgenstein

Eine besondere Perspektive: Imagefilm über Wittgenstein

LEADER-Förderung für interkommunales Gemeinschaftsprojekt im Tourismus

Bad Berleburg, 2. Juni 2020. Die abwechslungsreichen Wander- und Fahrradwege, die vielfältige Kultur und interessante Historie machen Wittgenstein zu einem beliebten Ausflugs- und Urlaubsziel. Die Vorzüge der Region möchten die Wittgensteiner Touristiker in einem Imagefilm darstellen. Die Tourismus, Kur und Stadtentwicklung GmbH (TKS) Bad Laasphe als Ideengeber und verantwortlicher Projektträger sowie die BLB-Tourismus GmbH und die Gemeinde Erndtebrück stellten einen Antrag auf LEADER-Förderung, der jetzt von der Bezirksregierung bewilligt wurde.

Modernes Vorgehen
Bei der Umsetzung des Imagefilms setzen die Kommunen auf neueste Technik: Per Drohnenflug werden Aufnahmen aus der Vogelperspektive gemacht. „Wie ein Vogel fliegt die Kamera über die Region und `landet` an besonderen Stellen. Mit Hilfe eines 360-Grad-Panoramabildes kann man sich dann an diesen Orten umsehen“, erklärt die Geschäftsführerin der TKS Bad Laasphe, Signe Friedreich.

Interaktive Technik
Der Imagefilm wird zusätzlich auch mit einer interaktiven Funktion angeboten, sodass der Zuschauer das Drehbuch selbst gestalten kann. Signe Friedreich sagt: „Jeder kann individuell entscheiden, welche Orte er sich genauer anschauen will und welche Räume oder Ecken dort erkundet werden sollen – fast wie in einem Videospiel.“ Verschiedene Buttons in den Panoramabildern liefern zusätzliche Informationen über die Region.

Eine neue Perspektive
„Mit dem Film lernt man Wittgenstein aus einer ganz neuen Perspektive kennen“, so die TKS-Geschäftsführerin. Gäste können sich auf ihren Urlaub einstimmen und bereits einen ersten virtuellen Eindruck bekommen, was sie im Herzen Südwestfalens erwartet. „Wir erhoffen uns durch den gemeinsamen Film eine noch bessere Wahrnehmung der Region von außen und damit natürlich auch eine weitere Imageaufwertung“, erklärt Andreas Bernshausen, Geschäftsführer des BLB-Tourismus.

Film in drei Teilen
Geplant ist, den Imagefilm auf Messen und online als Werbemittel einzusetzen. „Der Film soll sich zusätzlich – entsprechend der beteiligten Kommunen – in drei Teile teilen lassen“, weiß die Bad Laaspher Tourismus-Chefin. „So können wir das Bild- und Videomaterial auch für unsere Internetseiten und Social-Media-Kanäle verwenden.“

Initiative kam vom TKS
Die TKS Bad Laasphe hat die Imagefilm-Idee bei einem der regelmäßigen interkommunalen Arbeitstreffen vorgestellt, die beiden Nachbarkommunen waren sofort begeistert. „Mit einem Imagefilm dieser besonderen Art heben wir uns von anderen Kommunen ab. Wir hoffen, dass die Zahl der Touristen damit weiter steigt“, meint Sophie Manche, zuständig für den Tourismus in Erndtebrück.

Ohne Förderung nicht möglich
Ohne die Förderung durch LEADER wäre das interkommunale Gemeinschaftsprojekt nicht umgesetzt worden. „Diese Art von Imagefilm wäre mit unserem touristischen Marketingbudget nicht möglich gewesen“, erklärt Signe Friedreich. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 27.500 Euro, die LEADER-Zuwendung beträgt rund 18.000 Euro. Holger Saßmannshausen, Vorstandvorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe LEADER Region Wittgenstein, ist begeistert von dem Gemeinschaftsprojekt: „“Die Touristiker ziehen hier vorbildlich an einem Strang und zeigen, wie interkommunale Arbeit funktioniert.“