Zwei weitere Bausteine für Zentrum Via Adrina in Arfeld

Zwei weitere Bausteine für Zentrum Via Adrina in Arfeld

LEADER-Fördermittel in Höhe von 110.000 Euro für Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ / Übergreifende Zusammenarbeit mit Raumland

Arfeld, 27. August 2020. Das Zentrum Via Adrina ist der neue Dorfmittelpunkt von Arfeld: Das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Schuhleistenfabrik Hartmann und sein Umfeld bieten eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten, die jetzt nochmal durch die Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ erweitert werden. Gleich zwei LEADER-Förderzusagen machen dies möglich.

So fügen sich am Zentrum Via Adrina verschiedene Bausteine zu einem stimmigen Gesamtbild. Bernd Fuhrmann, Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg, findet es „bemerkenswert, wie es die Dorfgemeinschaft schafft, auch bei den aktuellen Projekten 35 Prozent Eigenleistungen einzubringen“. Dass gemeinsam mit Raumland auch ein dörferübergreifendes Projekt gelungen sei, zeige den Blick über den Tellerrand in beiden Dörfern. „Da möchte ich einfach mal ‚danke‘ sagen. Dieses Engagement ermöglicht es erst, etwas zu bewegen.“

Projekt der Stadt Bad Berleburg
Mit dem Vorhaben „Entwicklung eines attraktiven Mehrgenerationentreffpunktes im Edertal mit Darstellung der Geschichte der Schuhleistenfabrik Hartmann und des Umfeldes“ wird das Zentrum weiter mit Leben gefüllt und inhaltlich breiter aufgestellt. Projektträger ist die Stadt Bad Berleburg. Die Gesamtkosten liegen bei 119.000 Euro, der LEADER-Anteil beträgt 77.000 Euro – die Differenz stemmt der Gemeinschaftsverein Arfeld mit Eigenleistung und Spenden. „Das Projekt vereint die Nachhaltigkeit, Bildung und Historie optimal miteinander und stellt somit für alle Altersklassen einen großen Nutzen dar“, findet Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wittgenstein.

Wie die Arfelder ihre Vergangenheit auf eine interessante Weise darstellen wollen, erklärt der Beigeordnete der Stadt Bad Berleburg, Volker Sonneborn: „Unser Anspruch ist, dass die Besucher die Geschichte der Firma Hartmann und des Umfeldes haptisch erleben und entdecken können.“ Im sogenannten Hartmann-Tunnel sind Exponate der ehemaligen Schuhleistenfabrik bzw. aus dem Industriemuseum zu sehen sowie eine Fotostrecke, die die Geschichte der früheren Edertalbahn darstellt. Im täglich geöffneten Eisenbahner-Café können die Gäste einige Relikte aus der früheren Schuhleistenfabrik entdecken.“ Auch eine Bildergalerie mit Luftbildern aller Ortschaften entlang der Eder, eine Aufwertung des angrenzenden städtischen Themen-Spielplatzes und drei Wohnmobilstellplätze sind Teil des LEADER-Projekts.

Gemeinschaftsverein fördert Dorfkinder
Das zweite Projekt „Dorfkinder lernen, forschen und spielen in der Natur“ hat der Gemeinschaftsverein Arfeld e.V. unter Vorsitz von Waldemar Kiel auf die Schienen gesetzt. Schauplatz ist u.a. der „Schacht“, durch den früher die Eisenbahntrasse mitten durch den Ort führte. Nachdem die Edertalbahn 1981 ihren Verkehr eingestellt hatte, entwickelte sich dort eine Wildnis, die nun mit einem Pfad zugänglich gemacht werden soll.

Die sich selbst überlassene vielfältige Vegetation ist bei diesem Projekt ein Sinnbild für die Nachhaltigkeit. Kinder und Jugendliche sollen dort Natur und Umwelt erkunden und erforschen. Vereinsvorsitzender Waldemar Kiel und Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims verdeutlichen die Zielrichtung: „Gemeinsam mit Jugendlichen wollen wir ein langfristiges Projekt entwickeln. So ist zum Beispiel die Anlage von Hochbeeten gemeinsam mit dem örtlichen Kindergarten geplant.“

In Kooperation mit dem Verein „Rumilingene – 1200 Jahre Raumland“ e.V. soll auch dörferübergreifend ein Artenschutzhaus errichtet werden. „Ein Schwalbennest am Reisegarten in Raumland war schon lange im Plan“, berichtet der Raumländer Ortsvorsteher Heinz Limper. Vereinsvorsitzender Wolfgang Grund freut sich: „Es wird eine spannende Aufgabe, das Projekt umzusetzen.“

Fachliche Unterstützungen bekommen die Naturforscher durch den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Biologische Station. Die Projektkosten belaufen sich auf 49.000 Euro, LEADER übernimmt 32.000 Euro und die Differenz übernehmen die örtlichen Vereine.

Wasser auf die Mühle

Wasser auf die Mühle

LEADER-Förderung für Reallabor und Lehrpfad „Wasserkraft“ in Womelsdorf

Erndtebrück-Womelsdorf, 7. August 2020. Der LEADER-Bewilligungsbescheid ist quasi Wasser auf die Mühle Womelsdorf. Die Betreiber Bernd Föllmer und Johannes Wickel, auch Inhaber der Hydrostrom Wittgenstein GmbH, verfolgen dort ein Ziel mit hoher Aktualität: Die Mühle als Lieferant für Energie aus Wasserkraft soll modellhaft reaktiviert und öffentlich zugänglich werden. Jetzt bekamen sie die Zusage, dass ihr 73.000 Euro-Projekt zu 65 Prozent aus LEADER-Mitteln gefördert wird.

Das Mühlen- und Müllereiwesen ist ein fast vergessenes Handwerk. Nur am jährlichen Deutschen Mühlentag rückt die alte Kulturtechnik wieder in den Fokus: Dann können die Besucher auch die Mühle Womelsdorf als funktionierendes technisches Denkmal erleben. Das Angebot soll nun erweitert werden: Dazu soll regelmäßig ein Tag der offenen Tür eingerichtet und bei Führungen die Geschichte der Mühlen- und Wasserkrafttechniken erlebbar gemacht werden.

„Es ist ein anspruchsvolles Projekt, von dem die gesamte Region Wittgenstein profitieren kann“, findet Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LEADER-Region Wittgenstein. „Neben der geschichtlichen und kulturellen Aufarbeitung ist es auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz durch die Förderung der erneuerbaren Energie Wasserkraft.“ Dabei gehen Gesellschaft und Wissenschaft Hand in Hand: Zum einen soll die Womelsdorfer Mühle für ein breites Publikum geöffnet werden und die Besucher über die Mühlengeschichte und die Wasserkraftnutzung am Oberlauf der Eder informieren. Zum anderen will die Hydrostrom Wittgenstein GmbH in Zusammenarbeit mit Prof. Jensen vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu) der Universität Siegen ein Reallabor und einen Lehrpfad „Wasserkraft“ mit Schautafeln einrichten.

Als Mühlenbetreiber sind Bernd Föllmer und Johannes Wickel mit der Unterhaltung bzw. Wartung der Anlage sowie mit allen Komponenten der Wasserkrafttechnik sowie des Mühlenbauwerks bestens vertraut und bringen ihre fachliche Erfahrung in das Projekt ein. Neben dem Charme alter Technik möchten sie die Kooperation zwischen Gesellschaft und Wissenschaft in den Vordergrund stellen. Dabei kommt dem Forschungsinstitut Wasser und Umwelt der Universität Siegen eine zentrale Rolle zu. „Die Mühle eröffnet uns ein interessantes Forschungsumfeld“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen. „Spielt die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle bislang eine eher untergeordnete Rolle, so verfügt sie doch über enormes Potenzial.“

Durch ein experimentelles Umfeld sollen die Akzeptanz und Etablierung moderner Wasserkraftmaschinen verbessert werden. Interessierte wie z.B. auch Schüler und Studierende kommen dort zusammen, um gemeinsam Lösungen für Zukunftsfragen rund um Klimawandel und Energiewende zu erarbeiten und auszuprobieren. „Damit sollen nachhaltige Entwicklungen und Lösungen für die Energiewende unterstützt und in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft etabliert werden“, so das Ziel der Mühlenbetreiber. Weiterer Bestandteil dieser Führungen sind Vorträge und Seminare zum Thema Wasserkraft und Wasserkraftnutzung.

Ein weiteres Ziel ist die Errichtung eines dauerhaften Reallabors zur Untersuchung und Weiterentwicklung von Wasserkrafttechniken im Bereich der kinetischen Energieumwandlung. Zur aktiven Gestaltung der Mühle soll am Obergraben, der Zulauf der vorhandenen 34-kW-Kaplanturbine, ein Testbereich geschaffen werden. So kann der Mühlenstandort in die Lehre des Forschungsinstituts miteingebunden werden und als Ziel für Exkursionen/Praktika zum Thema „Wasserkraft“ dienen.

Neue Personalstelle der Stadt Bad Berleburg durch LEADER-Förderung

Neue Personalstelle der Stadt Bad Berleburg durch LEADER-Förderung

Ines Wünnemann koordiniert Projekt „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“

Bad Berleburg, 5. August 2020. Nachhaltigkeit in all ihren Facetten und in allen Ortschaften von Bad Berleburg – ein großes Ziel, das an einer zentralen Stelle eng abgestimmt und begleitet werden muss. Die Zuständigkeit sollte in einer Hand liegen. Daher hat die Stadt Bad Berleburg eine Personalstelle geschaffen, die für die Koordination des Projekts „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“ verantwortlich ist. Von LEADER gab es nun den Förderbescheid für die Schaffung der Stelle.

Zwei LEADER-Projekte bauen aufeinander auf

Der Antrag „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“ ist ebenfalls bei LEADER eingereicht worden und soll die Umsetzung nachhaltiger Module in den 23 Ortschaften finanzieren. Die neue Personalstelle wird diese Vorschläge inhaltlich und zeitlich koordinieren.

„Diese Stelle ermöglicht es uns, unseren gemeinsamen Einsatz für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu verstärken“, betont Bürgermeister Bernd Fuhrmann. „Das sind zwei große Begriffe, die mit den kleinen Projekten ganz konkret werden sollen, sozusagen zum Anfassen. Das ist uns als Stadt Bad Berleburg insbesondere mit Blick auf Familien und Kinder wichtig und die Ortsvorsteher unterstützen uns hervorragend dabei.“ Alle Ortsvorsteher können zukünftig Ideen und Konzepte für nachhaltige Projekte im Ort bei der Stadt einreichen.

Ansprechpartnerin für alle Belange zum Thema Nachhaltigkeit

Bereits vor einigen Wochen wurde die Stelle mit 0,8 Anteilen und einer Laufzeit von zwei Jahren ausgeschrieben und ist nun auch passend besetzt: Die ehemalige LEADER-Managerin, Ines Wünnemann, beginnt ihren neuen Job im August. „Durch ihre Berufserfahrung kennt sich Ines perfekt mit den LEADER-Themen aus. Das ist für die Ortsvorsteher und die Projekte sehr hilfreich“, weiß Bürgermeister Bernd Fuhrmann.

Zu ihren Aufgaben zählen die Umsetzung der Einzelprojekte und Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, die Konzeption, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit sowie Weiterentwicklung der Module.

„Zusammengefasst bin ich die Ansprechpartnerin für alle Belange zum Thema Nachhaltigkeit in Bad Berleburg“, erklärt Ines Wünnemann selbst. „Ich bin von der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bad Berleburg überzeugt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team. Da mir das Thema auch persönlich am Herzen liegt, möchte ich es gemeinsam mit den Ortschaften umsetzen.“

LEADER fördert zu 65 Prozent

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) LEADER-Region Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, übergab den Förderbescheid an Bürgermeister Bernd Fuhrmann: Die Gesamtkosten der Personalstelle belaufen sich auf 130.000 Euro. 65 Prozent davon, also 84.500 Euro, werden durch LEADER-Fördermittel finanziert.

Nicht nur für Bad Berleburg, sondern für alle Kommunen ist die neue Personalstelle von Vorteil: „Wir wollen über die Stadtgrenzen hinaus ein Modell für nachhaltiges Engagement auf kommunaler Ebene zur Verfügung stellen.“

Mehr-Wert für die Region und die Menschen

Mehr-Wert für die Region und die Menschen

LEADER-Förderung: Startschuss für 14 Kleinprojekte in Wittgenstein

Wittgenstein, 31. Juli 2020. Vor allem Vereine und Initiativen, aber auch die drei Wittgensteiner Kommunen profitieren von einem neuen Förderinstrument für Kleinprojekte, das exklusiv in LEADER-Regionen gespielt werden kann. Auch Wittgenstein ist dabei: Sogenannte Kleinprojekte werden mit 80 Prozent Förderung aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Nach dem offiziellen Aufruf im April war die Resonanz sehr groß: „Das riesige Interesse ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben“, freut sich Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LEADER-Region. „Schade ist natürlich, dass wir durch eine deutliche Überzeichnung nicht alle Ideen umsetzen können. Aber wir werden auf jeden Fall eine weitere Kleinprojekte-Förderung für 2021 beantragen.“

Bis zum Stichtag am 2. Juni gab es 37 offizielle Projektanfragen, sechs Ideen konnten aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden. Zur Auswahl standen letztlich 31 Projekte mit einem Volumen von 435.000 Euro – bei Gesamtmitteln in Höhe von 180.000 Euro. „Das zeigt uns, dass die Menschen viel vorhaben und wie lebendig das Ehrenamt ist“, sagt Holger Saßmannshausen. Darüber hinaus spiegelt die Resonanz auch den Bedarf eines solchen Förderprogramms wider. „Wir hätten natürlich gern alle Projekte gefördert, mussten aber aufgrund des begrenzten Budgets eine Auswahl treffen.“

Vier LEADER-Kollegen haben dann unabhängig voneinander die Projekte bewertet auf Grundlage der bereits bei den LEADER-Projekten eingesetzten und mit der Bezirksregierung abgestimmten Matrix. Das daraus entstandene Ranking ergab die Vorschlagsliste, die vom Regionalmanagement LEADER an den erweiterten Vorstand zur Beschlussfassung geschickt wurde. Der Beschluss wurde dann einstimmig gefasst.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Projekte sind sehr vielfältig und haben eine große Bandbreite: Sie reichen von einem barrierefreien Bodentrampolin für das Abenteuerdorf Wittgenstein über den kommunal übergreifenden Pool mobiler Hütten für die Region bis hin zu zahlreichen Vereinsvorhaben. „Das alles bringt uns nach vorn. Wichtig ist der Mehrwert für die Region und die Menschen“, so der LEADER-Vorsitzende.

Ermöglicht wurde die Förderung durch den 2019 in Kraft getretenen Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ des Bundes und einer darauf basierenden Richtlinie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Für uns ist dieses zusätzliche Geld eine tolle Gelegenheit, um weitere Projekte vor Ort umzusetzen, insbesondere vor dem Hintergrund der weitgehend aufgebrauchten LEADER-Mittel“, freut sich Holger Saßmannshausen.

Sind die formalen Hürden auch nicht so hoch wie bei den LEADER-Projekten, so sind aber auch die Kleinprojekte nicht ganz frei von solchen Auflagen. Antragsteller für die Kleinprojekte-Förderung ist die LEADER-Region, sie hat die Gesamtregie. Planung, Umsetzung und Abrechnung erfolgen in erster Linie zwischen dem Regionalmanagement und den Vereinen und Einrichtungen vor Ort. Der Zeitplan ist sportlich: Bis Ende November 2020 müssen die Projekte umgesetzt und abgeschlossen sein.

  • Überblick: Kleinprojekte 2020
  • Mobile Hütten für die Region (Schulen Schloß Wittgenstein)
  • Barrierefreies Bodentrampolin (Förderverein Abenteuerdorf Wittgenstein)
  • Denkmal Laaspher Wilhelmseiche (TKS Bad Laasphe)
  • Barrierefreie Umgestaltung Heimatmuseum Erndtebrück (Ortsheimatverein Erndtebrück)
  • Informationskampagne „Zustand unserer Wälder und Bauen mit (Kalamitäts-) Holz“ (Stadt Bad Berleburg)
  • Tonstudio Jugendband „Rayquasa“ (Thomas Göbel)
  • Bike-Park (Stadt Bad Laasphe)
  • Brunnenprojekt Sportplatz Berghausen (Sportfreunde Edertal)
  • Rumilingene-Haus Technikboard (Rumilingene – 1200 Jahre Raumland e.V.)
  • Lichterglanz für Erndtebrück (Verein für Handel, Handwerk und Touristik Erndtebrück)
  • Beleuchtung Weihnachtsmarkt Diedenshausen (Heimatverein Diedenshausen)
  • Mobile Lautsprecheranlage (Stadt Bad Laasphe)
  • Multimediawand Kulturhalle Berghausen (Verein für Kultur- und Heimatpflege Berghausen)
  • Technikausstattung Museum am Rothaarsteig (Heimatverein für Landwirtschaft & Brauchtum Bad Berleburg)
Höchste LEADER-Fördersumme für Ederauenpark

Höchste LEADER-Fördersumme für Ederauenpark

Jörg Schorge finanziert neues Ortszentrum für Erndtebrück

Erndtebrück, 22. Juli 2020. Der Ederauenpark wird das neue Herzstück für Erndtebrück. Die Planungen für die vielseitige Anlage werden immer konkreter. Initiator, Projektträger und Investor ist der Unternehmer Jörg Schorge. Mit dem frisch bewilligten Förderbescheid durch die Bezirksregierung in Arnsberg kann der Bau des Parks beginnen: 194.000 Euro der Projektkosten werden von LEADER Wittgenstein gefördert.

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) von LEADER Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, überreichte Jörg Schorge den Förderbescheid: „Es ist sehr besonders, dass eine Privatperson so ein großes Projekt finanziert. Zudem hat der Ederauenpark die bisher höchste Fördersumme von LEADER in dieser Periode erhalten.“ Die Gesamtkosten belaufen sich insgesamt auf knapp 300.000 Euro, 65 Prozent davon übernimmt LEADER.

„Ich träume schon seit einigen Jahren von einem zentralen und ansprechenden Begegnungsort in Erndtebrück. Der Ederauenpark ist die perfekte Lösung und ich freue mich riesig, dass wir ihn jetzt endlich realisieren können“, sagt der Initiator Jörg Schorge.

Das Ziel vor Augen motiviert nun alle Beteiligten noch mehr: Erndtebrück braucht einen zentralen Treffpunkt für alle Generationen – der Ederauenpark soll genau das werden. Spielplatz, Sitzgelegenheiten, Spazierwege und sogar ein Trimm-Dich-Pfad mit Fitnessgeräten sind fest im Plan. „Wir könnten uns vorstellen, im Winter bei genügend Schnee eine Loipe zum Skifahren zu integrieren“, erklärt der Unternehmer. Und auch seine Frau Nanette Schorge-Brinkman sprudelt vor Ideen: „Auf einem Bouleplatz können die Besucher die Kugelsportart ausprobieren.“

Das Element Wasser wird haptisch mit in das Konzept einbezogen. Als außerschulischer Lernort direkt an der Eder kann dort hautnah Wissen vermittelt werden. Die Nähe zum Startpunkt des Ederradwegs macht die neue Parkanlage auch zu einer Verweilstation auf der Fahrrad-Route. Bürgermeister Henning Gronau weiß den Einsatz vom Initiator sehr zu schätzen: „Was Jörg Schorge da für unsere Gemeinde leistet, ist einfach unglaublich. Wir danken ihm sehr dafür, dass er Erndtebrück ein neues Herzstück schenkt und den Ort auch für den Tourismus attraktiver macht.“

Bei diesem Projekt merkt man: Jörg und Nanette Schorge sind mit vollem Herzen dabei. „Wir wollen Erndtebrück etwas Besonderes geben und den Ortskern aufwerten.“ Der Unternehmer erklärt zuversichtlich: „Wenn alles gut läuft, können wir im Herbst dieses Jahrs schon anpflanzen. In 2021 wird der Park dann eröffnen.“

Niederlaasphe modernisiert Dorfrufanlage

Niederlaasphe modernisiert Dorfrufanlage

Dank LEADER-Förderung kann Tradition bestehen bleiben

Bad Laasphe, 6. Juli 2020. Die Dorfrufanlage ist seit 65 Jahren ein fester Bestandteil in Niederlaasphe. Doch die Qualität der Durchsagen verschlechtert sich zunehmend: Lautsprecher, Kabel und Masten sind nicht mehr im besten Zustand. Daher möchte der Verein für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe die Anlage teilerneuern und modernisieren. LEADER Region Wittgenstein unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung von knapp 10.800 Euro.

Bürgerversammlungen, Termine und Veranstaltungen der Vereine, Gottesdienste und Kindergottesdienste sowie Bestattungstermine und weitere Anlässe (in Absprache) werden per Dorfrufanlage in Niederlaasphe bekannt gegeben. Die Bewohner wissen die Vorteile dieser Technik sehr zu schätzen: „Innerhalb weniger Minuten können wir wichtige Informationen verbreiten oder das ganze Dorf zusammentrommeln. Davon profitieren alle Generationen und wir schließen niemanden aus“, so Christoph Limper, erster Vorsitzender des Vereins für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ stellte die Landeskommission fest, dass die Niederlaaspher Rufanlage die einzige in Nordrhein-Westfalen noch betriebene Anlage ist. Der Bad Laaspher Bürgermeister Torsten Spillmann weiß: „Dadurch hat Niederlaasphe ein Alleinstellungsmerkmal.“

Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehören die Durchsagen zum Ort dazu und haben für viele auch einen emotionalen Wert bekommen. Die Dorfmitglieder sind sich einig: Die Tradition darf nicht verloren gehen. „Es wäre fatal, wenn wir uns von diesem Brauchtum trennen würden. Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der LEADER-Förderung die Anlage modernisieren können“, sagt Waltraud Schäfer. Die Niederlaaspher Ortsvorsteherin ist seit 31 Jahren für die Durchsagen verantwortlich.

Aufgrund des hohen Alters der Bauteile ist die Anlage nicht mehr voll funktionstüchtig. Die Durchsagen sind durch den zunehmenden Verkehrslärm im Ort und neuen Wohnbaugebiete immer schlechter zu verstehen. Der Technikprofi im Verein für Kultur- und Heimatpflege, Markus Seidel, erklärt: „Wir wollen die Akustik qualitativ aufwerten. Daher erneuern wir Lautsprecher, Masten und Kabel. Der Verstärker und das Mikrofon bleiben aber erhalten.“

Knapp 16.500 Euro kostet die neue Technik inklusive Installation und Wartung durch ehrenamtliche Unterstützung. 65 Prozent der Gesamtkosten werden von LEADER übernommen. „In drei Wochen wollen wir mit den Arbeiten beginnen. Wir freuen uns über jede helfende Hand“, betont Limper.

Auch der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe von LEADER Region Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, ist angetan von dem Projekt: „In Wittgenstein ist es immer ein großes Thema, die Traditionen aufrecht zu erhalten. Die Dorfrufanlage in Niederlaasphe ist etwas ganz besonders. Wir freuen uns, dass LEADER dieses Projekt fördert.“

Übergabe des LEADER-Förderbescheids "Digitales Schaufenster"

Bonuspunkt-Verein: „Wegweiser ins digitale Schaufenster“

LEADER und IHK unterstützen Projekt zur Stärkung und Weiterentwicklung regionaler Betriebe

Wittgenstein, 2. Juli 2020. Einzelhandel und Gastronomie gehen neue Wege. Allen voran der Verein Bonuspunkt Wittgenstein. „Wegweiser ins digitale Schaufenster“ heißt das Projekt. Dabei geht es um innovative Formate für die Präsentation und Vermarktung, die Verknüpfung der Vertriebskanäle sowie die Stärkung von wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Kooperationen für das Standortmarketing in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück – über allem steht das Ziel, die regionalen Betriebe zu stärken und weiterzuentwickeln.

Herausforderung und Chance
Startschuss für das Vorhaben gab Holger Saßmannshausen in seiner Funktion als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der LEADER-Region Wittgenstein; er überreichte jetzt den Förderbescheid der Bezirksregierung Arnsberg an Jens Schmidt, Vorsitzender des Bonuspunkt-Vereins. „Die wirtschaftliche Situation für den stationären Einzelhandel und für die Gastronomie ist von großen Existenzängsten geprägt“, sagte Holger Saßmannshausen. „Die Coronakrise hat die Lage weiter verschärft. Denn da hatten auch die Bürger Sorge, sich nicht mehr ausreichend versorgen zu können. Ein digitales Schaufenster kann beiden Anliegen Rechnung tragen.“

Lebendiges Zentrum
Das jetzt startende Teilprojekt hat ein Volumen von rund 60.000 Euro. 65 Prozent werden durch LEADER gefördert, die restlichen Projektkosten finanziert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen in Form von Drittmitteln. „Wir möchten die Händler dazu ermutigen, neue Techniken im Rahmen des Forschungsprojekts aktiv auszuprobieren. Durch die gesammelten Erfahrungen können sie dann selbst entscheiden, was die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Attraktive Einkaufsstandorte zeichnen sich schließlich durch einen lebendigen Einzelhandel und eine ansprechende Gastronomie aus“, erklärt Marco Butz das finanzielle Engagement der IHK Siegen. „Aus diesem Projekt werden wir zudem Handlungsempfehlungen für Händler in anderen Kommunen ableiten, deren Kommunen ähnlich ländlich strukturiert sind.“

Drei Fördermodule
Das Fördermodul 1 umfasst zunächst die Analysephase unter wissenschaftlicher Begleitung. Die Analyse (Dauer: 6 Monate) ist nur ein erster Schritt, mit der Konzeption (12 Monate) und der Umsetzung (15 Monate) sollen aufeinander aufbauend zwei weitere folgen. Die LEADER-Anträge für die Fördermodule 2 und 3 sollen zu späteren Zeitpunkten gestellt werden. Durch dieses Vorgehen können die Fördermaßnahmen bedarfs- und zielgerecht auf die Projektphasen zugeschnitten werden.

Auftakt: Sechsmonatige Analysephase
Um in die richtige Richtung zu laufen, soll zunächst mit dem ersten Modul eine ausreichend differenzierte, regional bezogene Informationsgrundlage geschaffen werden. Notwendige Grunddaten liefert die Analyse in einem auf sechs Monate konzentrierten Prozess mit dem Schwerpunkt empirischer Erhebungen bei Händlern und Kunden in der Projektregion Wittgenstein. Angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie-Zeit werden die Befragungen online erfolgen.

Menschen miteinander vernetzen
Auch die Wittgensteiner Bürgermeister stehen hinter dem Projekt: „Wir werden die Projektträger unterstützen, wo wir können“, betonten Bernd Fuhrmann (Bad Berleburg), Dr. Torsten Spillmann (Bad Laasphe) und Henning Gronau (Erndtebrück). „Es wird ein langer Weg, aber er wird sich lohnen, wenn wir ihn alle gemeinsam gehen“, zeigte sich Jens Schmidt überzeugt. „Die Sichtbarkeit, der Austausch und die Anbindung über digitale Elemente tragen umfassend dazu bei, die Menschen miteinander zu vernetzen und ihnen so die Versorgung mit Gütern jeglicher Art zu ermöglichen.“ Gerade die Coronakrise habe die Anforderungen der Verbraucher und Potenziale der Händler noch einmal verdeutlicht, so dass Digitalisierung und Technologisierung des Einzelhandels allen Kunden zugutekommen können. In jeder Phase hat das Projekt „Wegweiser ins digitale Schaufenster“ ein großes Ziel: eine auf die ländliche Region Wittgenstein zugeschnittene Strategie digitaler Angebotsvermarktung.

Spannende Spurensuche auf dem Kulturweg Eisen

Spannende Spurensuche auf dem Kulturweg Eisen

LEADER-Region und NRW-Stiftung fördern Projekt des Wittgensteiner Heimatvereins

Wittgenstein, 25. Juni 2020. Bei dem Kulturweg Eisen geht es ums Ganze: Mit interessanten Informationen, unterhaltsamen Geschichten und emotionalen Momenten sollen die Wanderer der heimischen Historie auf besondere Art und Weise auf die Spur kommen – Natur und Kultur werden zum Erlebnis. Der Wittgensteiner Heimatverein möchte den bestehenden archäologisch-historischen Lehrpfad in das Konzept Kulturweg Eisen überführen und das Teilstück Aue – Birkefehl nach Schweizer Vorbild weiterentwickeln. Ermöglicht wird das Projekt zum einen durch die LEADER-Förderung und zum anderen durch die NRW-Stiftung, die die Mittel für den Eigenanteil zur Verfügung stellt.

„Dieses Projekt ist einfach klasse, weil es der breiten Masse dient: Sowohl Einheimische als auch Touristen profitieren von dem Weg“, betonte Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wittgenstein, bei der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von rund 31.000 Euro. Insgesamt liegen die Projektkosten für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung bei etwa 47.000 Euro.

Von Altenberg-Müsen bis Wilzenberg-Schmallenberg soll der komplette Kulturweg Eisen als neue Form eines kulturhistorischen Erlebniswegs führen. Der bestehende archäologische Lehrpfad, der zwischen Aue und Birkefehl verläuft, wird dabei Teil des Kulturwegs Eisen: Indem der Wittgensteiner Heimatverein den neun Kilometer langen Rundweg zukunftsfähig weiterentwickelt.

Auf originalgetreuen Trassen wird unter Einbeziehung von Kulturgütern am Wegrand und unter Nutzung unterschiedlicher Medien wie Infotafeln, Website, QR-Codes und Filmen die Vergangenheit der Region erschlossen. Auch ein Hörspiel ist geplant, um den Transport von Kohle und Eisen mit Ochsenkarren nachzustellen. Mit (Hi)Storytelling – nach dem Prinzip: Geschichten vor Geschichte – soll die Vergangenheit nicht nur informativ, sondern auch spannend und emotional aufgearbeitet, vermittelt und schließlich erlebbar werden. Corten-Stahl wird für die Ständer der Infotafeln verwendet, so wird das Eisen haptisch.

Konzipiert wird der Weg nach Vorbild der Schweizer Kulturwege. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend: Nutzung und Erhaltung historischer Verkehrswege, nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft und der touristischen Wertschöpfung sowie die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schüler für den Schutz der Kulturlandschaft.

„Mit dem Kulturweg Eisen wollen wir ein Gebilde schaffen, das von der ersten Gewinnung des Metalls bis ins Heute zeigt, wie Eisen unsere Wittgensteiner Welt verändert hat“, erklärt Otto Marburger als Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins. Auf der Strecke von Aue bis nach Birkefehl quert der Eisenweg zahlreiche bedeutende archäologische Fundstellen, die vor allem der Heimatforscher Hans-Günter Radenbach seit den 1970er Jahren entdeckte und erforschte, zum Beispiel die Nekropole auf der Steinkaute in Birkefehl. „Radenbach hat spektakuläre Funde gemacht“, meint Otto Marburger. „Die dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Bei der Erstellung der inhaltlichen Konzeption arbeitet der Wittgensteiner Heimatverein eng mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Archäologie Westfalen zusammen. Expertise im Thema Wandern ist durch die Zusammenarbeit mit dem Bad Berleburg Markt und Tourismus e.V. und dem Rothaarsteigverein gewährleistet. Um die Pflege des Weges werden sich der Heimat- und Touristikverein Aue-Wingeshausen und die Heimatfreunde Birkefehl kümmern. Des Weiteren gibt es eine Kooperation mit der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule: Die Schüler beschäftigen sich mit der Eisenerzgewinnung an einem Stollen.

Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau ist begeistert von dem Projekt: „Durch diesen Weg bekommen die herausragenden Ausgrabungen einen besonderen Stellenwert.“ Zudem repräsentiert der Pfad auch den interkommunalen Zusammenhalt: „Das Projekt ist ein guter Brückenschlag zwischen den Kommunen und zeigt, welche Bedeutung unsere Wurzeln haben“, meint der Bad Berleburger Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Beide sind sich einig: „Wir danken dem Wittgensteiner Heimatverein für das Vorantreiben des Projektes.“

Schnelle Hilfe bei Pannen im Nirgendwo

Schnelle Hilfe bei Pannen im Nirgendwo

LEADER fördert TKS-Projekt: Drei Fahrrad-Reparaturstationen am Lahnradweg

Bad Laasphe, 12. Juni 2020. Weit oben auf der Liste sportlicher Aktivitäten in Wittgenstein steht das Radfahren. Die Tourismus, Kur und Stadtentwicklung Bad Laasphe GmbH (TKS) möchte den Lahnradweg auf ihrem Gebiet aufwerten: Drei Pannenstationen sollen Radfahrern mehr Sicherheit bieten. Ein förderwürdiges Projekt für die Region im Rahmen von LEADER. Vor wenigen Tagen kam der Bewilligungsbescheid für „Entspanntes Radeln in der Natur – Schnelle Hilfe bei Pannen mitten im Nirgendwo“.

„Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) war sofort begeistert von der Idee“, sagt der LAG-Vorsitzende Holger Saßmannshausen. „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt nun umgesetzt werden kann.“ Die LEADER-Förderung deckt 65 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund 13.900 Euro, die restlichen knapp 5.000 Euro stemmt die TKS mit Eigenmitteln.

Pannenhilfe kostenlos und rund um die Uhr
Die naturnahen und abgelegenen Wege in der weitläufigen Landschaft machen den Radtourismus in Bad Laasphe bei Touristen und Einheimischen sehr beliebt. Allerdings ist mitten in der Natur nicht immer Handyempfang: Das kann im Falle einer Panne zum Problem werden. Durch teils steile Passagen und unbefestigte Waldwege verliert der Reifen schnell mal ein wenig Luft oder eine Schraube löst sich. „Wer dann kein passendes Werkzeug dabeihat, müsste schieben“, weiß TKS-Geschäftsführerin Signe Friedreich.

Sie erklärt die Intention des Projektes: „Wir sind eine Destination an einem der bekanntesten Radwege in Deutschland. Da dürfen solche Servicestationen einfach nicht fehlen.“ Mit den Pannenhelfern können Radfahrer ihr Fahrrad kostenlos und jederzeit auf Vordermann bringen. Signe Friedreich: „Wir wollen damit ein Gefühl der Sicherheit mitten in der Natur vermitteln und die Radwege qualitativ aufwerten.“

Umfassende Ausstattung
Die Fahrrad-Reparaturstationen sollen auf einem Betonfundament fest im Boden verankert werden. Ausgestattet mit allen wichtigen Werkzeugen, die an einziehbaren Stahlseilen aus geflochtenem Edelstahl befestigt sind: Sechskantschlüssel-Set, Reifenheber, Schraubenschlüssel, Schraubenzieher und Konusschlüssel. „Die Stationen werden so konzipiert, dass die Wartung des Rades problemlos möglich ist“, so die TKS-Chefin.

Abgelegene Standorte
An drei Standorten entlang des Lahnradwegs sollen die Vorrichtungen platziert werden: In der Nähe von Volkholz im Ortsteil Welschengeheu, zwischen Bermershausen und Saßmannshausen und am Ortsausgang Bad Laasphe/Niederlaasphe. „Wir stellen die Pannenhelfer bewusst an Orten auf, an denen die Menschen auf sich selbst angewiesen sind“, sagt Signe Friedreich.

Die Stationen bieten darüber hinaus Platz für Werbemittel und Informationen: Dort können Details zum Wegeverlauf, die nächste Radwerkstatt sowie interessante Orte am Wegesrand aufgezeigt werden. Die Geschäftsführerin erklärt: „Mit den Radwerkstätten unserer Lahnstadt sind wir bereits im Gespräch.“

LEADER-Region: 180.000 Euro für Kleinprojekte-Förderung

LEADER-Region: 180.000 Euro für Kleinprojekte-Förderung

Virtuelle Mitgliederversammlung des Vereins LAG Region Wittgenstein

Wittgenstein, 5. Juni 2020. Die Erfahrungen und Notwendigkeiten der vergangenen Monate haben es gezeigt: Eine Mitgliederversammlung ohne wirkliche Zusammenkunft ist im Internetzeitalter technisch durchaus möglich. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ging auch der Verein Lokale Aktionsgruppe (LAG) Region Wittgenstein, der Projekte für das EU-Förderprogramm LEADER entwickelt und betreut, jetzt online, um den Termin wie geplant stattfinden zu lassen. „Eine Mitgliederversammlung im virtuellen Raum ist zwar ungewohnt, aber gut machbar“, so das Resümee des Vorsitzenden Holger Saßmannshausen.

Aktueller Projektstatus
Im Mittelpunkt stand der Jahresbericht. Jens Steinhoff vom Regionalmanagement zog Bilanz: In der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 wurden 45 Projekte durch die LAG beschlossen; 23 sind bereits in Umsetzung bzw. abgeschlossen, 15 weitere sind in Antragsbearbeitung. Mit Blick auf die Zeitschiene bedeutet das: Bis spätestens Ende 2021 müssen die Projekte bewilligt sein und bis Sommer 2023 umgesetzt werden. „Fördermittel, die bis dahin nicht in bewilligten Anträgen gebunden sind, stehen der Region nicht mehr zur Verfügung“, erklärte der Regionalmanager. Umso erfreulicher liest sich der aktuelle Projektstatus, der nur ein Prozent ungebundene Mittel aufweist. „Das wäre also fast eine Punktlandung“, führte Jens Steinhoff aus.

Neues Budget für Kleinprojekte
Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war eine Satzungsänderung, die künftig auch die Förderung von Kleinprojekten in der LAG Region Wittgenstein einschließt. Durch dieses Förderinstrument stehen der Region in diesem Jahr Gesamtmittel in Höhe von 180.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Der öffentliche Aufruf für die Bewerbung erfolgte Ende April, Stichtag war der 2. Juni. Denn die Auswahl und Konzeption der zu fördernden Kleinprojekte sollte schnellstmöglich erfolgen, da die Maßnahmen bis spätestens Ende November 2020 umgesetzt und abgerechnet sein müssen.

Projektauswahl bis Ende Juni
Attraktiv ist dieses Programm vor allem durch die Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Das haben viele Vereine und Institutionen in Wittgenstein erkannt. Dem entsprechend lang ist die Liste der Bewerbungen: 31 Projektideen mit einem Gesamtvolumen von 435.000 Euro liegen vor. „Das ist wirklich überwältigend“, meinte Holger Saßmannshausen. Allerdings folgt nun erstmal die Qual der Wahl: Im nächsten Schritt muss anhand von qualitativen Bewertungskriterien, die auch im LEADER-Prozess angewandt werden, eine Projektauswahl getroffen werden, bevor Ende Juni der Antrag bei der Bezirksregierung gestellt werden kann.

Personelle Wechsel
Zudem gab es einige Personalien: Neu im Vorstand sind Gabriele Rahrbach-Reinhold als stellvertretendes Mitglied für das Evangelische Johanneswerk/Klinik Wittgenstein sowie Marvin Feldmann und Günter Padt als Vertreter bzw. Stellvertreter für den Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd.

Personelle Wechsel betrafen auch das Regionalmanagement: Im Mai nahm Ines Wünnemann eine neue berufliche Herausforderung in der Region an. Carolin Lünser befindet sich aktuell in Elternzeit. Ihre Vertretung übernimmt als Dienstleiter die Agentur embe consult, vertreten durch Stefanie August und Andreas Bernshausen. Kontakt zum Regionalmanagement: Telefon 02751 922-1234, E-Mail: info@leader-wittgenstein.de.