Neue Weihnachtsbeleuchtung in Diedenshausen

Lichtblicke in Diedenshausen: In der Advents- und Weihnachtszeit geht täglich um 16.30 Uhr im historischen Ortskern die Weihnachtsbeleuchtung an. Das Dorf erstrahlt in hellem Glanz – dank des großen Engagements vor Ort und dank der finanziellen Förderung durch LEADER-Kleinprojekte.

Das Regionalbudget für Kleinprojekte folgt derselben Grundidee wie das LEADER-Programm: Es gilt das Bottom-up-Prinzip, das „von unten nach oben“ funktioniert. Die Initiatoren der Kleinprojekte bringen ihre Ideen ein. Sind sie im Bewerberfeld vorn mit dabei, profitieren von einer attraktiven Förderung (mehr Infos unter „Kleinprojekte“).

Die Bewerbung der Organisatoren des Diedenshäuser Weihnachtsmarkts um eine neue Beleuchtung war erfolgreich. Gemeinsam machten sich die Diedenshäuser an Werk und brachten Straßenüberspannungen und Lichterketten an. „Unser herzliches Dankeschön geht an alle Helfer und natürlich an alle Hauseigentümer, die ihre Gebäude zur Befestigung und zudem den Strom bereitstellen“, betont das Orga-Team. Dank geht auch an das LEADER-Team: „Für die gute Zusammenarbeit während der Projektphase.“

Mit dieser Aktion setzt Diedenshausen mehr als ein Zeichen: Auch ohne Weihnachtsmarkt-Event erstrahlt das Dorf im festlichen Lichterglanz. Bis zum 6. Januar 2021 wird es ein schmucker Lichtblick sein. Besucher sind zum Spaziergang durch das Lichtermeer herzlich eingeladen. Zum anderen setzen die Diedenshäuser auf Energieeinsparung durch nachhaltige Technik: Die Weihnachtsbeleuchtung wurde komplett auf LED umgestellt.

LEADER Kleinprojekt „Denkmal Laaspher Wilhelmseiche – die Eiche lebt unter uns weiter.“

Grandiose 5 m Eichenbank und Eichenpult finden Weg auf Wilhelmsplatz zurück.

Sagenhafte 293 Jahre ist es her, als in mitten der Lahnstadt eine Eiche gepflanzt wurde. Über die Jahre wurde sie zu einem sehr beliebten Baum an der früheren Hauptverkehrsachse und heutigen B62, der bis 2018 rastende Wanderer oder Ruhesuchende auf den unter ihm liegenden Bänken beschatte.

2018 bestätigte ein Gutachten, dass die Wurzel des alten Baumes von Keimen befallen ist und er über kurz oder lang umkippen wird. Damit war er nicht mehr haltbar und musste schweren Herzens gefällt werden. Die Eiche war schon fast ein Wahrzeichen und aus dem Stadtbild kaum wegzudenken, so dass nicht wenige Bürger hier die ein oder anderen Träne verdrücken mussten. Am selben Ort konnte durch eine Spende aus der Bevölkerung derweil eine neue Eiche gepflanzt werden, natürlich noch nicht so groß. Aber auch sie wird, wie ihr Vorgänger, die Geschichte Bad Laasphes miterleben.

Und niemals geht man so ganz … dachte sich die TKS Bad Laasphe und sicherte sich durch den Bauhof der Stadt Bad Laasphe den hauptsächlichen Stamm der riesigen Eiche. Nach Rücksprache mit einigen Bürgern und Vereinen entstand die Idee aus dem vorhandenen Stamm eine große Ruhebank sowie zusätzlich ein Pult mit eingravierten markanten Daten aus der Lebenszeit der Eiche zu erstellen.

Der Leader-Kleinprojekte-Antrag wurde geschrieben, eingereicht und bewilligt und man konnte Mitte diesen Jahres loslegen. Hier geht der Dank an Tasso Wolzenburg, der als bekannter Wittgensteiner Baumliebhaber perfekt mit seiner Stil-Motorsäge umzugehen weiß. So hat er aus dem Stamm eine 5m lange Sitzbank gezaubert, die zum Verweilen einlädt. Ob nach einer Wanderung, beim Warten auf den Bus, beim Plausch mit Bekannten oder um die touristischen Unterlagen der Stadt zu lesen… auf der mit allen 21 Ortsteilbildern der Stadt Bad Laasphe verzierten Bank finden mindestens 8 Personen einen Platz. Die beiden Enden des Stammes ziert das Laaspher Stadtwappen sowie ein Eichenblatt. So soll ein jeder sich selbst und seinen Ortsteil in der Bank wiederfinden.

Herr Wolzenburg freute sich über die Zusammenarbeit und meint: „Dass ich an diesem wirklichen Naturdenkmal Fantasie und Geschick anlegen durfte, war ein gutes Gefühl. Ich hatte zu jeder Zeit großen Respekt vor diesem Baum! Ich hoffe, dass die alte Eiche somit für jeden Bürger in guter Erinnerung bleibt.“

Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Bad Laasphe Bauhof, ohne dessen Unterstützung der Transport sowie der Aufbau der tonnenschweren Denkmäler nicht möglich gewesen wäre.

Das aus einem weiteren Teil des Stammes geschaffene Pult zeigt auf seiner angeschrägten Seite die geschliffenen Jahresringe, in welche markante Daten aus der Lebenszeit der Eiche eingraviert wurden. Beispielsweise die ungefähre Pflanzung der Eiche sowie die Brandkatastrophen in Bad Laasphe oder die kommunale Gebietsreform. Gäste, die erstmals in Bad Laasphe sind, aber auch Bürger, lernen so inmitten der Stadt schon einige Highlights kennen und können sich mit der Geschichte der Stadt auf einfache und interessante Art und Weise auseinandersetzen. An dieser Stelle bedanken wir uns für die Hilfe von Herrn Heinrich Imhof, der bei der Recherche und Auswahl der markanten Geschichtsdaten behilflich war. Oberhalb des Pultes ist eine Brille angebracht, die den Blick auf das Bad Laaspher Schloß Wittgenstein freigibt und als Bilderrahmen für ein weiteres markantes Laaspher Motiv dient.

Die TKS Bad Laasphe freut sich, mit der Unterstützung von LEADER-Kleinprojekte die einst beliebte riesige Eiche in diesen beiden Kunstwerken weiterleben zu lassen und lädt jeden ein, hier in Ruhe die Geschichte der Stadt auf sich wirken zu lassen.

Fahrradservicestation Niederlaasphe

LEADER Projekt „Entspanntes Radeln in der Natur – Schnelle Hilfe bei Pannen im Nirgendwo“ abgeschlossen

TKS erstellt drei Fahrrad-Reparaturstationen am Lahnradweg

Wer kennt es nicht? Man ist auf einer Radtour am Wochenende unterwegs und das Rad verliert Luft oder eine Schraube hat sich nach rasanter Abfahrt von der Lahnquelle leicht gelöst. Nicht immer hat man den passenden Schraubenschlüssel oder die Luftpumpe dabei. Was folgt? Der Ausflug ist beendet und getreu dem Motto „Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt“ kommt nicht gerade gute Laune auf. Besonders nicht, wenn die Misere mitten in der Natur passiert.

Pannenhilfe kostenlos und rund um die Uhr

Die naturnahen und abgelegenen Wege in der weitläufigen Landschaft machen das Radfahren in Bad Laasphe bei Touristen und Einheimischen sehr beliebt. Die Vorteile von unberührter Natur führen häufig den Nachteil mit sich, dass der Handyempfang mitten im Nirgendwo nicht der beste ist: Das kann im Falle einer Panne zum Problem werden. Durch teils steile Passagen und unbefestigte Waldwege verliert der Reifen schnell mal ein wenig Luft oder eine Schraube löst sich durch Vibration. „Wer dann kein passendes Werkzeug dabeihat, müsste schieben“, sagt TKS-Geschäftsführerin Signe Friedreich.

Sie erklärt die Intention des Projektes: „Wir sind eine Destination an einem der bekanntesten Radwege in Deutschland. Da dürfen solche Servicestationen einfach nicht fehlen.“ Mit den Fahrradservicestellen können Radfahrer ihr Fahrrad kostenlos und jederzeit auf Vordermann bringen. Signe Friedreich: „Wir wollen damit ein Gefühl der Sicherheit mitten in der Natur vermitteln und die Radwege qualitativ aufwerten.“ Dabei sollen die Stationen keineswegs den Service der lokalen Radservice-Ge-schäfte ersetzen, sondern vielmehr „erste Hilfe“ im Notfall leisten und sich mit dem Service der Werkstätten ergänzen. Auf jeder Station weist eine Darstellung auf nächste Stationspunkte und deren Entfernung sowie zusätzlich auf die jeweils nächst-gelegene Radwerkstatt hin und informiert über deren Kontaktdaten sowie Öffnungszeiten. Die dargestellten Radwerkstätten Fahrrad-Wege (Feudingen), Fahrrad Heimes (Bad Laasphe) und Sport Balzer (Wallau) waren von der Idee gleich angetan und haben das Projekt befürwortet.

Die Idee zu den Servicestationen erhielt die TKS aus der Bevölkerung und formte diese zu Beginn des Jahres in einen Leader Antrag um. „Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Region Wittgenstein war sofort begeistert von der Idee“, sagt der LAG-Vorsitzende Holger Saßmannshausen. „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt nun umgesetzt werden konnte.“ Die LEADER-Förderung deckt 65 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund 13.800 Euro, die restlichen knapp 4.900 Euro stemmt die TKS mit Eigenmitteln.

Abgelegene Standorte

An drei Standorten entlang der ersten Etappe des Lahnradwegs, die auf Laaspher Gebiet liegt, sind die Stationen jetzt montiert worden: Zu Beginn des Lahnradweges im Ortsteil Welschengeheu, zwischen Bermershausen und Saßmannshausen an der Walbachsmühle sowie am Ortsausgang Bad Laasphe/ Niederlaasphe. „Wir stellen die Pannenhelfer bewusst an Orten auf, an denen die Radfahrer sonst auf sich selbst angewiesen wären“, sagt Signe Friedreich.

Umfassende Ausstattung

Die pulverbeschichtete Stahl-Reparaturstationen wurden auf einem Betonfundament fest im Boden verankert. Ausgestattet sind sie mit allen wichtigen Werkzeugen, die an ausziehbaren Stahlseilen aus geflochtenem Edelstahl befestigt sind: Sechskant-Schlüsselset, Torx T-25, Reifenheber, 2 justierbare Schraubenschlüssel, Konusschlüssel, Phillips und Standard Schraubenzieher. Des Weiteren besteht an jeder Station eine Möglichkeit sein Rad aufzubocken sowie es an einer Reifeneinschiebestelle sicher aufzupumpen. Die Stationen sind so konzipiert, dass die Wartung unterschiedlicher Räder für Jeden problemlos möglich ist.

Durch den Aufbau der Stationen erfahren Bad Laasphes Radwege insbesondere der vielbenutzte Lahnradweg eine qualitative Aufwertung, indem sie den Fahrradfahrern auch auf abgelegen Wegen flächendeckenden Service und Sicherheit bieten.

Autor: Tourismus, Kur und Stadtentwicklung Bad Laasphe GmbH, Signe Friedreich

Grüne Klassenzimmer für alle Grundschulen

Stadt Bad Berleburg startet Projekt zum Lernen in der Natur – dank LEADER-Förderung in Höhe von 100.000 Euro

Bad Berleburg, 12. Oktober 2020. Raus aus der Schule – rein in die Natur: Zukünftig können die Kinder an allen Grundschulen im Bad Berleburger Stadtgebiet im sogenannten „Grünen Klassenzimmer“ die Pflanzen- und Tierwelt und ihre Vielfalt entdecken und erleben. Die mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 ausgezeichnete Stadt Bad Berleburg möchte den Weg zu nachhaltigem Handeln und Angeboten auch in den Grundschulen fortsetzen. Unterstützt wird sie bei ihrem Vorhaben mit Geld aus dem Fördertopf der LEADER-Region Wittgenstein. Vorsitzender Holger Saßmannshausen freute sich, jetzt den Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Arnsberg an Bürgermeister Bernd Fuhrmann überreichen zu können.

Von der Idee bis zur Umsetzung war es in diesem Fall ein kurzer Weg: Im April hatte der Förderverein der Grundschule Dotzlar den ersten Impuls zum Bau eines Grünen Klassenzimmers gegeben. Nach einigen Abstimmungsgespräche stand Mitte Mai die grobe Skizze für das Projekt „Grüne Klassenzimmer und Oasen an allen Grundschulen – in unserem Naturraum gibt es viel zu entdecken!“. Mit dem Beschluss durch die Lokale Aktionsgruppe der LEADER-Region im Juni konnte die Stadt Bad Berleburg in die Antragsstellung gehen. Im September lag die Bewilligung vor.

„Das war ein schneller Ablauf und ein schnelles Ineinandergreifen“, erklärten Bernd Fuhrmann und der Beigeordnete Volker Sonneborn als Projektleiter. Der LEADER-typische Bottom-up-Ansatz, der die lokalen Akteure in die Entscheidungsfindung einbezieht, sei beispielhaft umgesetzt worden. „Uns ist es wichtig, im Sinne von Nachhaltigkeit etwas zu bewegen. Zudem hat Bildung für uns eine hohe Relevanz.“ In dem Projekt läuft beides zusammen.

Im „Grüne Klassenzimmer“ kann das Lernen zu einer echten Erfahrung werden. Im Vordergrund steht das Mitmachen: Statt Theorie im Klassenzimmer geht es darum, durch das Lernen in der Natur durch den direkten Zugang Interesse, Neugier und Engagement für Tiere und Pflanzen sowie Natur- und Umweltschutz zu wecken. Praxisnah können die natürlichen Lebensräume erkundet und erforscht werden. Für die Lehrenden bietet das Grüne Klassenzimmer eine optimale Ergänzung und Vertiefung zu naturwissenschaftlichen Themen des Sachunterrichts. „Der Naturraum bietet neue Formen im didaktischen Konzept“, heißt es in der Projektbeschreibung.

In Aue-Wingeshausen und Schüllar-Wemlighausen gibt es bereits Grüne Klassenzimmer bzw. Oasen, die im Wesentlichen aus Spenden finanziert wurden. Auch an anderen Schulstandorten gab es Überlegungen zu einem grünen Außenraum. Und so wurde das Projekt dezentral für alle Berleburger Grundschulen angelegt. Geplant ist die Anschaffung von Sitzgelegenheiten und Sonnenschutz, möglichst aus Holz und passendem Unterbau mit Hackschnitzeln. In Ergänzung sind Maßnahmen an den Sportfreianlagen der Grundschulen geplant.

In dieser Umgebung soll das Lernen in der Natur zu einer echten Erfahrung werden. An dieser Stelle setzt auch der ökologische Pfad mit Informationstafeln an, der ab der Kulturhalle „Wittgenstein“ Dotzlar durch die Ederauen entlang des Ederradwegs nach Arfeld führt. Um am Startpunkt die Möglichkeit zur Toilettennutzung zu gewährleisten, sollen in diesem Zuge auch die sanitären Anlagen in der Kulturhalle saniert werden. „Vielen Dank für die Unterstützung“, waren sich die Schulleitungen und Esther Bätzel vom Verein für
Kultur- und Heimatpflege Dotzlar einig.

„Es ist ein tolles Projekt für kleine und große Naturforscher“, ist sich Holger Saßmannshausen sicher. „Auf diesem Weg werden Kinder für die Natur und auch für ihre Erhaltung und ihren Schutz sensibilisiert. Das Projekt hat eine wertvolle Perspektive und passt zu Bad Berleburg als ‚Global Nachhaltiger Kommune‘.“ Die Gesamtkosten liegen bei 160.000 Euro, LEADER übernimmt dabei dem 65-prozentigen Förderanteil in Höhe von gut 100.000 Euro.

Zwei weitere Bausteine für Zentrum Via Adrina in Arfeld

LEADER-Fördermittel in Höhe von 110.000 Euro für Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ / Übergreifende Zusammenarbeit mit Raumland

Arfeld, 27. August 2020. Das Zentrum Via Adrina ist der neue Dorfmittelpunkt von Arfeld: Das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Schuhleistenfabrik Hartmann und sein Umfeld bieten eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten, die jetzt nochmal durch die Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ erweitert werden. Gleich zwei LEADER-Förderzusagen machen dies möglich.

So fügen sich am Zentrum Via Adrina verschiedene Bausteine zu einem stimmigen Gesamtbild. Bernd Fuhrmann, Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg, findet es „bemerkenswert, wie es die Dorfgemeinschaft schafft, auch bei den aktuellen Projekten 35 Prozent Eigenleistungen einzubringen“. Dass gemeinsam mit Raumland auch ein dörferübergreifendes Projekt gelungen sei, zeige den Blick über den Tellerrand in beiden Dörfern. „Da möchte ich einfach mal ‚danke‘ sagen. Dieses Engagement ermöglicht es erst, etwas zu bewegen.“

Projekt der Stadt Bad Berleburg
Mit dem Vorhaben „Entwicklung eines attraktiven Mehrgenerationentreffpunktes im Edertal mit Darstellung der Geschichte der Schuhleistenfabrik Hartmann und des Umfeldes“ wird das Zentrum weiter mit Leben gefüllt und inhaltlich breiter aufgestellt. Projektträger ist die Stadt Bad Berleburg. Die Gesamtkosten liegen bei 119.000 Euro, der LEADER-Anteil beträgt 77.000 Euro – die Differenz stemmt der Gemeinschaftsverein Arfeld mit Eigenleistung und Spenden. „Das Projekt vereint die Nachhaltigkeit, Bildung und Historie optimal miteinander und stellt somit für alle Altersklassen einen großen Nutzen dar“, findet Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wittgenstein.

Wie die Arfelder ihre Vergangenheit auf eine interessante Weise darstellen wollen, erklärt der Beigeordnete der Stadt Bad Berleburg, Volker Sonneborn: „Unser Anspruch ist, dass die Besucher die Geschichte der Firma Hartmann und des Umfeldes haptisch erleben und entdecken können.“ Im sogenannten Hartmann-Tunnel sind Exponate der ehemaligen Schuhleistenfabrik bzw. aus dem Industriemuseum zu sehen sowie eine Fotostrecke, die die Geschichte der früheren Edertalbahn darstellt. Im täglich geöffneten Eisenbahner-Café können die Gäste einige Relikte aus der früheren Schuhleistenfabrik entdecken.“ Auch eine Bildergalerie mit Luftbildern aller Ortschaften entlang der Eder, eine Aufwertung des angrenzenden städtischen Themen-Spielplatzes und drei Wohnmobilstellplätze sind Teil des LEADER-Projekts.

Gemeinschaftsverein fördert Dorfkinder
Das zweite Projekt „Dorfkinder lernen, forschen und spielen in der Natur“ hat der Gemeinschaftsverein Arfeld e.V. unter Vorsitz von Waldemar Kiel auf die Schienen gesetzt. Schauplatz ist u.a. der „Schacht“, durch den früher die Eisenbahntrasse mitten durch den Ort führte. Nachdem die Edertalbahn 1981 ihren Verkehr eingestellt hatte, entwickelte sich dort eine Wildnis, die nun mit einem Pfad zugänglich gemacht werden soll.

Die sich selbst überlassene vielfältige Vegetation ist bei diesem Projekt ein Sinnbild für die Nachhaltigkeit. Kinder und Jugendliche sollen dort Natur und Umwelt erkunden und erforschen. Vereinsvorsitzender Waldemar Kiel und Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims verdeutlichen die Zielrichtung: „Gemeinsam mit Jugendlichen wollen wir ein langfristiges Projekt entwickeln. So ist zum Beispiel die Anlage von Hochbeeten gemeinsam mit dem örtlichen Kindergarten geplant.“

In Kooperation mit dem Verein „Rumilingene – 1200 Jahre Raumland“ e.V. soll auch dörferübergreifend ein Artenschutzhaus errichtet werden. „Ein Schwalbennest am Reisegarten in Raumland war schon lange im Plan“, berichtet der Raumländer Ortsvorsteher Heinz Limper. Vereinsvorsitzender Wolfgang Grund freut sich: „Es wird eine spannende Aufgabe, das Projekt umzusetzen.“

Fachliche Unterstützungen bekommen die Naturforscher durch den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Biologische Station. Die Projektkosten belaufen sich auf 49.000 Euro, LEADER übernimmt 32.000 Euro und die Differenz übernehmen die örtlichen Vereine.

Wasser auf die Mühle

LEADER-Förderung für Reallabor und Lehrpfad „Wasserkraft“ in Womelsdorf

Erndtebrück-Womelsdorf, 7. August 2020. Der LEADER-Bewilligungsbescheid ist quasi Wasser auf die Mühle Womelsdorf. Die Betreiber Bernd Föllmer und Johannes Wickel, auch Inhaber der Hydrostrom Wittgenstein GmbH, verfolgen dort ein Ziel mit hoher Aktualität: Die Mühle als Lieferant für Energie aus Wasserkraft soll modellhaft reaktiviert und öffentlich zugänglich werden. Jetzt bekamen sie die Zusage, dass ihr 73.000 Euro-Projekt zu 65 Prozent aus LEADER-Mitteln gefördert wird.

Das Mühlen- und Müllereiwesen ist ein fast vergessenes Handwerk. Nur am jährlichen Deutschen Mühlentag rückt die alte Kulturtechnik wieder in den Fokus: Dann können die Besucher auch die Mühle Womelsdorf als funktionierendes technisches Denkmal erleben. Das Angebot soll nun erweitert werden: Dazu soll regelmäßig ein Tag der offenen Tür eingerichtet und bei Führungen die Geschichte der Mühlen- und Wasserkrafttechniken erlebbar gemacht werden.

„Es ist ein anspruchsvolles Projekt, von dem die gesamte Region Wittgenstein profitieren kann“, findet Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LEADER-Region Wittgenstein. „Neben der geschichtlichen und kulturellen Aufarbeitung ist es auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz durch die Förderung der erneuerbaren Energie Wasserkraft.“ Dabei gehen Gesellschaft und Wissenschaft Hand in Hand: Zum einen soll die Womelsdorfer Mühle für ein breites Publikum geöffnet werden und die Besucher über die Mühlengeschichte und die Wasserkraftnutzung am Oberlauf der Eder informieren. Zum anderen will die Hydrostrom Wittgenstein GmbH in Zusammenarbeit mit Prof. Jensen vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu) der Universität Siegen ein Reallabor und einen Lehrpfad „Wasserkraft“ mit Schautafeln einrichten.

Als Mühlenbetreiber sind Bernd Föllmer und Johannes Wickel mit der Unterhaltung bzw. Wartung der Anlage sowie mit allen Komponenten der Wasserkrafttechnik sowie des Mühlenbauwerks bestens vertraut und bringen ihre fachliche Erfahrung in das Projekt ein. Neben dem Charme alter Technik möchten sie die Kooperation zwischen Gesellschaft und Wissenschaft in den Vordergrund stellen. Dabei kommt dem Forschungsinstitut Wasser und Umwelt der Universität Siegen eine zentrale Rolle zu. „Die Mühle eröffnet uns ein interessantes Forschungsumfeld“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen. „Spielt die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle bislang eine eher untergeordnete Rolle, so verfügt sie doch über enormes Potenzial.“

Durch ein experimentelles Umfeld sollen die Akzeptanz und Etablierung moderner Wasserkraftmaschinen verbessert werden. Interessierte wie z.B. auch Schüler und Studierende kommen dort zusammen, um gemeinsam Lösungen für Zukunftsfragen rund um Klimawandel und Energiewende zu erarbeiten und auszuprobieren. „Damit sollen nachhaltige Entwicklungen und Lösungen für die Energiewende unterstützt und in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft etabliert werden“, so das Ziel der Mühlenbetreiber. Weiterer Bestandteil dieser Führungen sind Vorträge und Seminare zum Thema Wasserkraft und Wasserkraftnutzung.

Ein weiteres Ziel ist die Errichtung eines dauerhaften Reallabors zur Untersuchung und Weiterentwicklung von Wasserkrafttechniken im Bereich der kinetischen Energieumwandlung. Zur aktiven Gestaltung der Mühle soll am Obergraben, der Zulauf der vorhandenen 34-kW-Kaplanturbine, ein Testbereich geschaffen werden. So kann der Mühlenstandort in die Lehre des Forschungsinstituts miteingebunden werden und als Ziel für Exkursionen/Praktika zum Thema „Wasserkraft“ dienen.

Neue Personalstelle der Stadt Bad Berleburg durch LEADER-Förderung

Ines Wünnemann koordiniert Projekt „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“

Bad Berleburg, 5. August 2020. Nachhaltigkeit in all ihren Facetten und in allen Ortschaften von Bad Berleburg – ein großes Ziel, das an einer zentralen Stelle eng abgestimmt und begleitet werden muss. Die Zuständigkeit sollte in einer Hand liegen. Daher hat die Stadt Bad Berleburg eine Personalstelle geschaffen, die für die Koordination des Projekts „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“ verantwortlich ist. Von LEADER gab es nun den Förderbescheid für die Schaffung der Stelle.

Zwei LEADER-Projekte bauen aufeinander auf

Der Antrag „Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“ ist ebenfalls bei LEADER eingereicht worden und soll die Umsetzung nachhaltiger Module in den 23 Ortschaften finanzieren. Die neue Personalstelle wird diese Vorschläge inhaltlich und zeitlich koordinieren.

„Diese Stelle ermöglicht es uns, unseren gemeinsamen Einsatz für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu verstärken“, betont Bürgermeister Bernd Fuhrmann. „Das sind zwei große Begriffe, die mit den kleinen Projekten ganz konkret werden sollen, sozusagen zum Anfassen. Das ist uns als Stadt Bad Berleburg insbesondere mit Blick auf Familien und Kinder wichtig und die Ortsvorsteher unterstützen uns hervorragend dabei.“ Alle Ortsvorsteher können zukünftig Ideen und Konzepte für nachhaltige Projekte im Ort bei der Stadt einreichen.

Ansprechpartnerin für alle Belange zum Thema Nachhaltigkeit

Bereits vor einigen Wochen wurde die Stelle mit 0,8 Anteilen und einer Laufzeit von zwei Jahren ausgeschrieben und ist nun auch passend besetzt: Die ehemalige LEADER-Managerin, Ines Wünnemann, beginnt ihren neuen Job im August. „Durch ihre Berufserfahrung kennt sich Ines perfekt mit den LEADER-Themen aus. Das ist für die Ortsvorsteher und die Projekte sehr hilfreich“, weiß Bürgermeister Bernd Fuhrmann.

Zu ihren Aufgaben zählen die Umsetzung der Einzelprojekte und Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, die Konzeption, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit sowie Weiterentwicklung der Module.

„Zusammengefasst bin ich die Ansprechpartnerin für alle Belange zum Thema Nachhaltigkeit in Bad Berleburg“, erklärt Ines Wünnemann selbst. „Ich bin von der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bad Berleburg überzeugt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team. Da mir das Thema auch persönlich am Herzen liegt, möchte ich es gemeinsam mit den Ortschaften umsetzen.“

LEADER fördert zu 65 Prozent

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) LEADER-Region Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, übergab den Förderbescheid an Bürgermeister Bernd Fuhrmann: Die Gesamtkosten der Personalstelle belaufen sich auf 130.000 Euro. 65 Prozent davon, also 84.500 Euro, werden durch LEADER-Fördermittel finanziert.

Nicht nur für Bad Berleburg, sondern für alle Kommunen ist die neue Personalstelle von Vorteil: „Wir wollen über die Stadtgrenzen hinaus ein Modell für nachhaltiges Engagement auf kommunaler Ebene zur Verfügung stellen.“

Mehr-Wert für die Region und die Menschen

LEADER-Förderung: Startschuss für 14 Kleinprojekte in Wittgenstein

Wittgenstein, 31. Juli 2020. Vor allem Vereine und Initiativen, aber auch die drei Wittgensteiner Kommunen profitieren von einem neuen Förderinstrument für Kleinprojekte, das exklusiv in LEADER-Regionen gespielt werden kann. Auch Wittgenstein ist dabei: Sogenannte Kleinprojekte werden mit 80 Prozent Förderung aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Nach dem offiziellen Aufruf im April war die Resonanz sehr groß: „Das riesige Interesse ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben“, freut sich Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LEADER-Region. „Schade ist natürlich, dass wir durch eine deutliche Überzeichnung nicht alle Ideen umsetzen können. Aber wir werden auf jeden Fall eine weitere Kleinprojekte-Förderung für 2021 beantragen.“

Bis zum Stichtag am 2. Juni gab es 37 offizielle Projektanfragen, sechs Ideen konnten aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden. Zur Auswahl standen letztlich 31 Projekte mit einem Volumen von 435.000 Euro – bei Gesamtmitteln in Höhe von 180.000 Euro. „Das zeigt uns, dass die Menschen viel vorhaben und wie lebendig das Ehrenamt ist“, sagt Holger Saßmannshausen. Darüber hinaus spiegelt die Resonanz auch den Bedarf eines solchen Förderprogramms wider. „Wir hätten natürlich gern alle Projekte gefördert, mussten aber aufgrund des begrenzten Budgets eine Auswahl treffen.“

Vier LEADER-Kollegen haben dann unabhängig voneinander die Projekte bewertet auf Grundlage der bereits bei den LEADER-Projekten eingesetzten und mit der Bezirksregierung abgestimmten Matrix. Das daraus entstandene Ranking ergab die Vorschlagsliste, die vom Regionalmanagement LEADER an den erweiterten Vorstand zur Beschlussfassung geschickt wurde. Der Beschluss wurde dann einstimmig gefasst.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Projekte sind sehr vielfältig und haben eine große Bandbreite: Sie reichen von einem barrierefreien Bodentrampolin für das Abenteuerdorf Wittgenstein über den kommunal übergreifenden Pool mobiler Hütten für die Region bis hin zu zahlreichen Vereinsvorhaben. „Das alles bringt uns nach vorn. Wichtig ist der Mehrwert für die Region und die Menschen“, so der LEADER-Vorsitzende.

Ermöglicht wurde die Förderung durch den 2019 in Kraft getretenen Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ des Bundes und einer darauf basierenden Richtlinie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Für uns ist dieses zusätzliche Geld eine tolle Gelegenheit, um weitere Projekte vor Ort umzusetzen, insbesondere vor dem Hintergrund der weitgehend aufgebrauchten LEADER-Mittel“, freut sich Holger Saßmannshausen.

Sind die formalen Hürden auch nicht so hoch wie bei den LEADER-Projekten, so sind aber auch die Kleinprojekte nicht ganz frei von solchen Auflagen. Antragsteller für die Kleinprojekte-Förderung ist die LEADER-Region, sie hat die Gesamtregie. Planung, Umsetzung und Abrechnung erfolgen in erster Linie zwischen dem Regionalmanagement und den Vereinen und Einrichtungen vor Ort. Der Zeitplan ist sportlich: Bis Ende November 2020 müssen die Projekte umgesetzt und abgeschlossen sein.

  • Überblick: Kleinprojekte 2020
  • Mobile Hütten für die Region (Schulen Schloß Wittgenstein)
  • Barrierefreies Bodentrampolin (Förderverein Abenteuerdorf Wittgenstein)
  • Denkmal Laaspher Wilhelmseiche (TKS Bad Laasphe)
  • Barrierefreie Umgestaltung Heimatmuseum Erndtebrück (Ortsheimatverein Erndtebrück)
  • Informationskampagne „Zustand unserer Wälder und Bauen mit (Kalamitäts-) Holz“ (Stadt Bad Berleburg)
  • Tonstudio Jugendband „Rayquasa“ (Thomas Göbel)
  • Bike-Park (Stadt Bad Laasphe)
  • Brunnenprojekt Sportplatz Berghausen (Sportfreunde Edertal)
  • Rumilingene-Haus Technikboard (Rumilingene – 1200 Jahre Raumland e.V.)
  • Lichterglanz für Erndtebrück (Verein für Handel, Handwerk und Touristik Erndtebrück)
  • Beleuchtung Weihnachtsmarkt Diedenshausen (Heimatverein Diedenshausen)
  • Mobile Lautsprecheranlage (Stadt Bad Laasphe)
  • Multimediawand Kulturhalle Berghausen (Verein für Kultur- und Heimatpflege Berghausen)
  • Technikausstattung Museum am Rothaarsteig (Heimatverein für Landwirtschaft & Brauchtum Bad Berleburg)

Höchste LEADER-Fördersumme für Ederauenpark

Jörg Schorge finanziert neues Ortszentrum für Erndtebrück

Erndtebrück, 22. Juli 2020. Der Ederauenpark wird das neue Herzstück für Erndtebrück. Die Planungen für die vielseitige Anlage werden immer konkreter. Initiator, Projektträger und Investor ist der Unternehmer Jörg Schorge. Mit dem frisch bewilligten Förderbescheid durch die Bezirksregierung in Arnsberg kann der Bau des Parks beginnen: 194.000 Euro der Projektkosten werden von LEADER Wittgenstein gefördert.

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) von LEADER Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, überreichte Jörg Schorge den Förderbescheid: „Es ist sehr besonders, dass eine Privatperson so ein großes Projekt finanziert. Zudem hat der Ederauenpark die bisher höchste Fördersumme von LEADER in dieser Periode erhalten.“ Die Gesamtkosten belaufen sich insgesamt auf knapp 300.000 Euro, 65 Prozent davon übernimmt LEADER.

„Ich träume schon seit einigen Jahren von einem zentralen und ansprechenden Begegnungsort in Erndtebrück. Der Ederauenpark ist die perfekte Lösung und ich freue mich riesig, dass wir ihn jetzt endlich realisieren können“, sagt der Initiator Jörg Schorge.

Das Ziel vor Augen motiviert nun alle Beteiligten noch mehr: Erndtebrück braucht einen zentralen Treffpunkt für alle Generationen – der Ederauenpark soll genau das werden. Spielplatz, Sitzgelegenheiten, Spazierwege und sogar ein Trimm-Dich-Pfad mit Fitnessgeräten sind fest im Plan. „Wir könnten uns vorstellen, im Winter bei genügend Schnee eine Loipe zum Skifahren zu integrieren“, erklärt der Unternehmer. Und auch seine Frau Nanette Schorge-Brinkman sprudelt vor Ideen: „Auf einem Bouleplatz können die Besucher die Kugelsportart ausprobieren.“

Das Element Wasser wird haptisch mit in das Konzept einbezogen. Als außerschulischer Lernort direkt an der Eder kann dort hautnah Wissen vermittelt werden. Die Nähe zum Startpunkt des Ederradwegs macht die neue Parkanlage auch zu einer Verweilstation auf der Fahrrad-Route. Bürgermeister Henning Gronau weiß den Einsatz vom Initiator sehr zu schätzen: „Was Jörg Schorge da für unsere Gemeinde leistet, ist einfach unglaublich. Wir danken ihm sehr dafür, dass er Erndtebrück ein neues Herzstück schenkt und den Ort auch für den Tourismus attraktiver macht.“

Bei diesem Projekt merkt man: Jörg und Nanette Schorge sind mit vollem Herzen dabei. „Wir wollen Erndtebrück etwas Besonderes geben und den Ortskern aufwerten.“ Der Unternehmer erklärt zuversichtlich: „Wenn alles gut läuft, können wir im Herbst dieses Jahrs schon anpflanzen. In 2021 wird der Park dann eröffnen.“

Niederlaasphe modernisiert Dorfrufanlage

Dank LEADER-Förderung kann Tradition bestehen bleiben

Bad Laasphe, 6. Juli 2020. Die Dorfrufanlage ist seit 65 Jahren ein fester Bestandteil in Niederlaasphe. Doch die Qualität der Durchsagen verschlechtert sich zunehmend: Lautsprecher, Kabel und Masten sind nicht mehr im besten Zustand. Daher möchte der Verein für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe die Anlage teilerneuern und modernisieren. LEADER Region Wittgenstein unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung von knapp 10.800 Euro.

Bürgerversammlungen, Termine und Veranstaltungen der Vereine, Gottesdienste und Kindergottesdienste sowie Bestattungstermine und weitere Anlässe (in Absprache) werden per Dorfrufanlage in Niederlaasphe bekannt gegeben. Die Bewohner wissen die Vorteile dieser Technik sehr zu schätzen: „Innerhalb weniger Minuten können wir wichtige Informationen verbreiten oder das ganze Dorf zusammentrommeln. Davon profitieren alle Generationen und wir schließen niemanden aus“, so Christoph Limper, erster Vorsitzender des Vereins für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ stellte die Landeskommission fest, dass die Niederlaaspher Rufanlage die einzige in Nordrhein-Westfalen noch betriebene Anlage ist. Der Bad Laaspher Bürgermeister Torsten Spillmann weiß: „Dadurch hat Niederlaasphe ein Alleinstellungsmerkmal.“

Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehören die Durchsagen zum Ort dazu und haben für viele auch einen emotionalen Wert bekommen. Die Dorfmitglieder sind sich einig: Die Tradition darf nicht verloren gehen. „Es wäre fatal, wenn wir uns von diesem Brauchtum trennen würden. Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der LEADER-Förderung die Anlage modernisieren können“, sagt Waltraud Schäfer. Die Niederlaaspher Ortsvorsteherin ist seit 31 Jahren für die Durchsagen verantwortlich.

Aufgrund des hohen Alters der Bauteile ist die Anlage nicht mehr voll funktionstüchtig. Die Durchsagen sind durch den zunehmenden Verkehrslärm im Ort und neuen Wohnbaugebiete immer schlechter zu verstehen. Der Technikprofi im Verein für Kultur- und Heimatpflege, Markus Seidel, erklärt: „Wir wollen die Akustik qualitativ aufwerten. Daher erneuern wir Lautsprecher, Masten und Kabel. Der Verstärker und das Mikrofon bleiben aber erhalten.“

Knapp 16.500 Euro kostet die neue Technik inklusive Installation und Wartung durch ehrenamtliche Unterstützung. 65 Prozent der Gesamtkosten werden von LEADER übernommen. „In drei Wochen wollen wir mit den Arbeiten beginnen. Wir freuen uns über jede helfende Hand“, betont Limper.

Auch der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe von LEADER Region Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, ist angetan von dem Projekt: „In Wittgenstein ist es immer ein großes Thema, die Traditionen aufrecht zu erhalten. Die Dorfrufanlage in Niederlaasphe ist etwas ganz besonders. Wir freuen uns, dass LEADER dieses Projekt fördert.“