Die Herausforderungen der Digitalisierung gemeinsam bewältigen

Die Herausforderungen der Digitalisierung gemeinsam bewältigen

LEADER-Förderantrag für Machbarkeitsstudie des Projektes „Digitale Zukunftswerkstatt“ bewilligt

Bad Berleburg, 27. Mai 2020. Digitalisierung betrifft jeden. Das wird in dieser Zeit, in der die Corona-Pandemie das Arbeits- und Privatleben auf den Kopf stellt, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Herausforderungen der Digitalisierung als Chance zu begreifen und zu nutzen – das hat sich eine Interessengemeinschaft regionaler Institutionen und Unternehmer (siehe unten) als Ziel gesetzt: Sie wollen ein digitales Qualifizierungszentrum entwickeln. LEADER fördert die Machtbarkeitsstudie für dieses Gemeinschaft-Projekt.

Finanzierung der 50.000 Euro Planung
Die Bezirksregierung stimmte der Förderung zu: 65 Prozent der Kosten trägt LEADER, die restlichen 35 Prozent der 50.000 Euro stemmt die Interessengemeinschaft. Projektkoordinator der digitalen Zukunftswerkstatt ist Andreas Kurth, Leiter im Bereich Ausbildung und Studium bei der EJOT Holding. „Mit der Zukunftswerkstatt wollen wir die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung für jedermann praxisnah und anschaulich darstellen und erlebbar machen. Es geht uns nicht um ein weiteres Forschungs- und Entwicklungszentrum, sondern um Breitendigitalisierung.“

Erlebnisraum für jede Altersklasse
Das Qualifizierungszentrum soll jeder Altersklasse eine passgenaue Unterstützung bieten. Schüler, Auszubildende, Eltern, Lehrer, Ausbilder, Fach- und Führungskräfte sowie Senioren sollen die Digitalisierung auf spielerische Weise erfahren, dabei Berührungsängste abbauen und neue Kenntnisse erlangen.

Regionalen Zusammenhalt stärken und Fachkräfte sichern
„Ziel des Projektes ist es, den Herausforderungen der Digitalisierung gemeinsam und hier vor Ort zu begegnen, um so alle Menschen der Region auf dem Weg in die Digitalisierung erfolgreich zu begleiten“, erklärt Kurth. Durch diesen regionalen Zusammenhalt werden auch die Akteure untereinander stärker vernetzt. „Wir wollen digitale Nachwuchskräfte vor Ort fördern, um einen Beitrag zu Fachkräftesicherung in der Region zu leisten“, erklärt der EJOT-Abteilungsleiter. Mit diesen Eigenschaften hätte das digitale Qualifizierungszentrum ein Alleinstellungsmerkmal und wäre ein zentraler Leuchtturm der Region.

Geschäftsmodell wird erarbeitet
Die Kernfragen der Studie lauten: „Kann ein digitales Qualifizierungszentrum in der Region dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden und was sind geeignete Qualifizierungsinhalte?“. Gemeinsam mit Jun.-Prof. Dr. Thomas Ludwig von der Universität Siegen, den regionalen Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen, Schulen und Vereinen werden in den nächsten Wochen die Herausforderungen und Potenziale der Digitalisierung diskutiert. „Hier wollen wir herausfinden, wo der Schuh drückt und konkrete Qualifizierungsbedarfe bestehen. So erhalten wir wichtige Informationen zur weiteren Planung“, so Thomas Ludwig. Am Ende soll die Machbarkeitsstudie konkrete Angaben zu Zielgruppen, potenziellen Lernern, der technischen Infrastruktur, Personalausstattung und Investitionskosten bringen. Auch die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells zum dauerhaften Betrieb der „digitalen Zukunftswerkstatt“ soll erarbeitet werden.

Weitere Förderung zur Umsetzung
„Wir glauben fest daran, dass unsere Idee funktioniert“, erklärt Andreas Kurth. Kommt die Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis, bewirbt sich die Interessengemeinschaft beim Landesförderprogramm REGIONALE 2025, um das Qualifizierungszentrum für die Region auf den Weg bringen.

Teilnehmer der Interessengemeinschaft

  • EJOT Holding GmbH & Co. KG
  • Erndtebrücker Eisenwerk GmbH & Co. KG
  • Osterrath GmbH & Co. KG
  • REGUPOL BSW GmbH
  • HEINRICH WAGNER SINTO MASCHINENFABRIK GmbH
  • Industrie- und Handelskammer Siegen
  • Evangelischer Kirchenkreis Wittgenstein
  • Stadt Bad Berleburg
  • Stadt Bad Laasphe
  • Gemeinde Erndtebrück
  • Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Universität Siegen
Veränderungen in der Stadtbücherei geplant

Veränderungen in der Stadtbücherei geplant

LEADER bewilligt die Konzeptentwicklung / Bürgerbeteiligung mit Video-Konferenz

Bad Berleburg, 27. Mai 2020. Die Bedeutung von Bibliotheken hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die Menschen passen ihre Nutzungsgewohnheiten der voranschreitenden Digitalisierung an, das Leseverhalten verändert sich: So werden E-Book und E-Paper zunehmend beliebter. Diese Veränderung spürt auch die Stadtbücherei in Bad Berleburg. Gemeinsam mit der Bevölkerung möchte die Stadt ein Konzept für die Zukunftsgestaltung der Bücherei entwickeln. Nachdem jetzt der Förderantrag für die Finanzierung des Projektes durch LEADER bewilligt wurde, kann die Konzepterarbeitung beginnen.

Erste Schritte in Richtung Digitalisierung

Rund 15.000 Bücher, Hörspiele und Filmen befinden sich derzeit in der Sammlung der Stadtbücherei. Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen die Räumlichkeiten im Alten Landratsamt regelmäßig als Rückzugsort, Leseecke oder Lernplatz. Erste digitale Schritte hat die Stadt Bad Berleburg bereits gemacht: mit GoLibri, dem Online-Bibliotheksverbund Südwestfalen und OnLeihe24, der 24-Stunden-Online-Bibliothek. Daran will die Stadtbücherei anknüpfen. Aufgrund des neuen Nutzerverhaltens ist eine Veränderung des jetzigen Konzeptes dringend notwendig.

Bestehende Nutzer behalten, neue Kunden gewinnen

Damit sich die Bad Berleburger mit dem neuen Konzept der Stadtbücherei identifizieren können, sollen sie eigene Ideen und Vorschläge einbringen. So werden neue Nutzergruppen kennengelernt und bestehende Gewohnheiten beachtet. In einem offenen Prozess ist jeder eingeladen, seine Kreativität in die Konzepterarbeitung einfließen zu lassen. Durch die intensive Bürgerbeteiligung soll die Stadtbücherei in Zukunft zu einem zentralen Treffpunkt und Begegnungsort werden.

LEADER übernimmt 65 Prozent der Kosten

Das zukunftsfähige Konzept wird von einer externen Agentur angefertigt. Der hohe Aufwand hat seine Kosten: 65.000 Euro. Durch den bewilligten Antrag – nach Zustimmung und Beschluss durch die Lokale Aktionsgruppe und der Bezirksregierung – werden 65 Prozent der Kosten von dem Förderprogramm LEADER übernommen. Die restlichen 20.000 Euro müssen mit Eigenmitteln gestemmt werden. Bis spätestens Ende August soll das Ergebnis vorliegen.

Änderungen durch Corona

Geplant war, in einem moderierten Prozess Ideen zu sammeln. Aufgrund der aktuellen Auflagen durch die Coronavirus-Pandemie ist die Form einer ´klassischen´ Bürgerversammlung derzeit aber nicht möglich. Die Stadt reagiert mit digitalen Möglichkeiten: In einem Online-Workshop im Zeitraum von zwei Wochen soll das zukunftsfähige Konzept entwickelt werden: Per Video-Konferenz können sich Bürger, Vereine und Institutionen an der Erarbeitung beteiligen. Wer nicht digital unterwegs ist, kann trotzdem mitmachen: Bürger und Bürgerinnen können ihre Ideen auch auf einem Zettel einreichen.

Auch das von LEADER bewilligte Projekt „Theaterpädagogischer Workshop im Unterricht mit Aufführung eines Theaterstückes“ muss aufgrund der Pandemie erst einmal verschoben wird.

Ein Vereinsgebäude aus Käferholz

Ein Vereinsgebäude aus Käferholz

LEADER fördert Machbarkeitsstudie für neue Halle des Jugendfördervereins Bad Berleburg

Bad Berleburg, 8. Mai 2020. Der Jugendförderverein (JFV) Bad Berleburg ist ein wichtiger Motor für die Region und kennt keinen Stillstand: Die eigene Veranstaltungs-GmbH und der ständig wachsende Materialpool tragen einen großen Teil zum Erfolg bei, sorgen aber auch immer wieder für logistische Herausforderungen: Es fehlen Räumlichkeiten und die Lagerkapazitäten sind schnell erschöpft. Die Lösung soll ein multifunktionales Vereinsgebäude aus Käferholz sein. Der erste Schritt Richtung Neubau ist gemacht, denn im Rahmen des Förderprogamms LEADER wurde jetzt die Konzeptplanung für das Projekt bewilligt.

Mehr Platz für Material
Vor einigen Monaten stellte der Jugendförderverein die Idee bei „LEADER Region Wittgenstein“ vor. Nach Zustimmung durch die Lokale Aktionsgruppe wurde der Förderantrag gestellt. Nun gab die Bezirksregierung grünes Licht: 65 Prozent des 25.000 Euro-Projekts werden gefördert, den Rest zahlt der Jugendförderverein aus Eigenmitteln. Bis September 2020 sollen das Konzept und die Machbarkeitsstudie vorliegen.

„Kurz- und langfristig sind wir auf eine neue Halle angewiesen“, erklärte der JFV-Vorsitzende und Projektleiter Heiko Jung. Derzeit nutzt der Jugendförderverein eine Lagerhalle im Gewerbegebiet Herrenwiese. „Aufgrund des Materialwachstums reichen die jetzigen Kapazitäten nicht mehr aus. Außerdem benötigen wir dringend Büroräume für unsere Mitarbeiter. Ein Neubau würde sich also anbieten.“

Multifunktionale Nutzung
Das Vereinsgebäude soll auf einem 5.700 Quadratmeter großen Grundstück oberhalb des Kriegerplatzes am Sengelsberg errichtet werden. Die zentrale Treffpunkteinrichtung soll die Arbeit des Vereins an einem Ort bündeln. Außerdem könnten dort Lagerhalle, Archiv und Proberaum entstehen. „Wir wollen das Gebäude mit Leben füllen“, erklärt der Projektleiter. Für Veranstaltungen soll der Neubau nicht dienen, dafür sind die benachbarte Halle des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum und der Festplatz der Kyffhäuser Kameradschaft gleich nebenan ausgelegt. „Da würde ein drittes Gebäude für Veranstaltungen keinen Sinn machen“, meint Heiko Jung. „Wir wollen mit den benachbarten Grundstückseigentümern kooperieren und uns gegenseitig unterstützen.“

Käferholz und Erdwärme für mehr Nachhaltigkeit
Beim Bau wird auf Käferholz gesetzt: „Wir wollen die Waldbauern und die Region fördern, indem wir Käferholz einsetzen und zeigen, dass dieses Holz trotz Schönheitsmakel sehr gut genutzt werden kann – und zwar ohne bautechnische Einschränkungen oder Nachteile“, erklärt der JFV-Vorsitzende.

Bei der Konzeptentwicklung ist nicht nur die Bauweise, sondern auch die klimaneutrale Wärmegewinnung besonders. Mit der Erdwärme (Oberflächennahe Geothermie) werden Umwelt und Landschaft geschont. Außerdem ist die Energiequelle unabhängig von Wetter und Uhrzeit, so kann jederzeit Wärme gewonnen werden.

Regionales Leuchtturmprojekt
„Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt Heiko Jung. Die Halle aus Käferholz und die klimaneutrale Energieversorgung sollen ein Vorbild für weitere Bauvorhaben in Wittgenstein sein. Darüber hinaus wird es modellhaft die Nutzung von regenativen Energien darstellen und dient somit als regionales Leuchtturmprojekt.

Ob dieser Neubau überhaupt möglich ist, soll das Planungsgutachten zeigen. „Wenn das Konzept als machbar gekennzeichnet wird, wollen wir 2021 mit dem Bau beginnen“, so Heiko Jung. Zur Finanzierung des Bauvorhabens bewirbt sich der Jugendförderverein auf ein weiteres Förderprogramm, denn die Kosten werden sich in sechsstelliger Höhe bewegen.

Letzte Amtshandlung
Die ehemalige LEADER-Regionalmanagerin Ines Wünnemann ist seit dem 1. Mai 2020 für die Stadt Bad Berleburg tätig. Die Betreuung des JFV-Projekts war eine ihrer letzten Amtshandlungen im Rahmen von LEADER. „Das war ein schönes letztes Projekt“, erzählte sie. Und auch Projektleiter Heiko Jung war zufrieden: „Die Zusammenarbeit war super, dafür sind wir sehr dankbar.“