Zwei weitere Bausteine für Zentrum Via Adrina in Arfeld

Zwei weitere Bausteine für Zentrum Via Adrina in Arfeld

LEADER-Fördermittel in Höhe von 110.000 Euro für Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ / Übergreifende Zusammenarbeit mit Raumland

Arfeld, 27. August 2020. Das Zentrum Via Adrina ist der neue Dorfmittelpunkt von Arfeld: Das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Schuhleistenfabrik Hartmann und sein Umfeld bieten eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten, die jetzt nochmal durch die Projekte „Mehrgenerationentreffpunkt“ und „Dorfkinder“ erweitert werden. Gleich zwei LEADER-Förderzusagen machen dies möglich.

So fügen sich am Zentrum Via Adrina verschiedene Bausteine zu einem stimmigen Gesamtbild. Bernd Fuhrmann, Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg, findet es „bemerkenswert, wie es die Dorfgemeinschaft schafft, auch bei den aktuellen Projekten 35 Prozent Eigenleistungen einzubringen“. Dass gemeinsam mit Raumland auch ein dörferübergreifendes Projekt gelungen sei, zeige den Blick über den Tellerrand in beiden Dörfern. „Da möchte ich einfach mal ‚danke‘ sagen. Dieses Engagement ermöglicht es erst, etwas zu bewegen.“

Projekt der Stadt Bad Berleburg
Mit dem Vorhaben „Entwicklung eines attraktiven Mehrgenerationentreffpunktes im Edertal mit Darstellung der Geschichte der Schuhleistenfabrik Hartmann und des Umfeldes“ wird das Zentrum weiter mit Leben gefüllt und inhaltlich breiter aufgestellt. Projektträger ist die Stadt Bad Berleburg. Die Gesamtkosten liegen bei 119.000 Euro, der LEADER-Anteil beträgt 77.000 Euro – die Differenz stemmt der Gemeinschaftsverein Arfeld mit Eigenleistung und Spenden. „Das Projekt vereint die Nachhaltigkeit, Bildung und Historie optimal miteinander und stellt somit für alle Altersklassen einen großen Nutzen dar“, findet Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Wittgenstein.

Wie die Arfelder ihre Vergangenheit auf eine interessante Weise darstellen wollen, erklärt der Beigeordnete der Stadt Bad Berleburg, Volker Sonneborn: „Unser Anspruch ist, dass die Besucher die Geschichte der Firma Hartmann und des Umfeldes haptisch erleben und entdecken können.“ Im sogenannten Hartmann-Tunnel sind Exponate der ehemaligen Schuhleistenfabrik bzw. aus dem Industriemuseum zu sehen sowie eine Fotostrecke, die die Geschichte der früheren Edertalbahn darstellt. Im täglich geöffneten Eisenbahner-Café können die Gäste einige Relikte aus der früheren Schuhleistenfabrik entdecken.“ Auch eine Bildergalerie mit Luftbildern aller Ortschaften entlang der Eder, eine Aufwertung des angrenzenden städtischen Themen-Spielplatzes und drei Wohnmobilstellplätze sind Teil des LEADER-Projekts.

Gemeinschaftsverein fördert Dorfkinder
Das zweite Projekt „Dorfkinder lernen, forschen und spielen in der Natur“ hat der Gemeinschaftsverein Arfeld e.V. unter Vorsitz von Waldemar Kiel auf die Schienen gesetzt. Schauplatz ist u.a. der „Schacht“, durch den früher die Eisenbahntrasse mitten durch den Ort führte. Nachdem die Edertalbahn 1981 ihren Verkehr eingestellt hatte, entwickelte sich dort eine Wildnis, die nun mit einem Pfad zugänglich gemacht werden soll.

Die sich selbst überlassene vielfältige Vegetation ist bei diesem Projekt ein Sinnbild für die Nachhaltigkeit. Kinder und Jugendliche sollen dort Natur und Umwelt erkunden und erforschen. Vereinsvorsitzender Waldemar Kiel und Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims verdeutlichen die Zielrichtung: „Gemeinsam mit Jugendlichen wollen wir ein langfristiges Projekt entwickeln. So ist zum Beispiel die Anlage von Hochbeeten gemeinsam mit dem örtlichen Kindergarten geplant.“

In Kooperation mit dem Verein „Rumilingene – 1200 Jahre Raumland“ e.V. soll auch dörferübergreifend ein Artenschutzhaus errichtet werden. „Ein Schwalbennest am Reisegarten in Raumland war schon lange im Plan“, berichtet der Raumländer Ortsvorsteher Heinz Limper. Vereinsvorsitzender Wolfgang Grund freut sich: „Es wird eine spannende Aufgabe, das Projekt umzusetzen.“

Fachliche Unterstützungen bekommen die Naturforscher durch den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Biologische Station. Die Projektkosten belaufen sich auf 49.000 Euro, LEADER übernimmt 32.000 Euro und die Differenz übernehmen die örtlichen Vereine.