Mehr-Wert für die Region und die Menschen

Mehr-Wert für die Region und die Menschen

LEADER-Förderung: Startschuss für 14 Kleinprojekte in Wittgenstein

Wittgenstein, 31. Juli 2020. Vor allem Vereine und Initiativen, aber auch die drei Wittgensteiner Kommunen profitieren von einem neuen Förderinstrument für Kleinprojekte, das exklusiv in LEADER-Regionen gespielt werden kann. Auch Wittgenstein ist dabei: Sogenannte Kleinprojekte werden mit 80 Prozent Förderung aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Nach dem offiziellen Aufruf im April war die Resonanz sehr groß: „Das riesige Interesse ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben“, freut sich Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LEADER-Region. „Schade ist natürlich, dass wir durch eine deutliche Überzeichnung nicht alle Ideen umsetzen können. Aber wir werden auf jeden Fall eine weitere Kleinprojekte-Förderung für 2021 beantragen.“

Bis zum Stichtag am 2. Juni gab es 37 offizielle Projektanfragen, sechs Ideen konnten aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden. Zur Auswahl standen letztlich 31 Projekte mit einem Volumen von 435.000 Euro – bei Gesamtmitteln in Höhe von 180.000 Euro. „Das zeigt uns, dass die Menschen viel vorhaben und wie lebendig das Ehrenamt ist“, sagt Holger Saßmannshausen. Darüber hinaus spiegelt die Resonanz auch den Bedarf eines solchen Förderprogramms wider. „Wir hätten natürlich gern alle Projekte gefördert, mussten aber aufgrund des begrenzten Budgets eine Auswahl treffen.“

Vier LEADER-Kollegen haben dann unabhängig voneinander die Projekte bewertet auf Grundlage der bereits bei den LEADER-Projekten eingesetzten und mit der Bezirksregierung abgestimmten Matrix. Das daraus entstandene Ranking ergab die Vorschlagsliste, die vom Regionalmanagement LEADER an den erweiterten Vorstand zur Beschlussfassung geschickt wurde. Der Beschluss wurde dann einstimmig gefasst.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Projekte sind sehr vielfältig und haben eine große Bandbreite: Sie reichen von einem barrierefreien Bodentrampolin für das Abenteuerdorf Wittgenstein über den kommunal übergreifenden Pool mobiler Hütten für die Region bis hin zu zahlreichen Vereinsvorhaben. „Das alles bringt uns nach vorn. Wichtig ist der Mehrwert für die Region und die Menschen“, so der LEADER-Vorsitzende.

Ermöglicht wurde die Förderung durch den 2019 in Kraft getretenen Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ des Bundes und einer darauf basierenden Richtlinie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Für uns ist dieses zusätzliche Geld eine tolle Gelegenheit, um weitere Projekte vor Ort umzusetzen, insbesondere vor dem Hintergrund der weitgehend aufgebrauchten LEADER-Mittel“, freut sich Holger Saßmannshausen.

Sind die formalen Hürden auch nicht so hoch wie bei den LEADER-Projekten, so sind aber auch die Kleinprojekte nicht ganz frei von solchen Auflagen. Antragsteller für die Kleinprojekte-Förderung ist die LEADER-Region, sie hat die Gesamtregie. Planung, Umsetzung und Abrechnung erfolgen in erster Linie zwischen dem Regionalmanagement und den Vereinen und Einrichtungen vor Ort. Der Zeitplan ist sportlich: Bis Ende November 2020 müssen die Projekte umgesetzt und abgeschlossen sein.

  • Überblick: Kleinprojekte 2020
  • Mobile Hütten für die Region (Schulen Schloß Wittgenstein)
  • Barrierefreies Bodentrampolin (Förderverein Abenteuerdorf Wittgenstein)
  • Denkmal Laaspher Wilhelmseiche (TKS Bad Laasphe)
  • Barrierefreie Umgestaltung Heimatmuseum Erndtebrück (Ortsheimatverein Erndtebrück)
  • Informationskampagne „Zustand unserer Wälder und Bauen mit (Kalamitäts-) Holz“ (Stadt Bad Berleburg)
  • Tonstudio Jugendband „Rayquasa“ (Thomas Göbel)
  • Bike-Park (Stadt Bad Laasphe)
  • Brunnenprojekt Sportplatz Berghausen (Sportfreunde Edertal)
  • Rumilingene-Haus Technikboard (Rumilingene – 1200 Jahre Raumland e.V.)
  • Lichterglanz für Erndtebrück (Verein für Handel, Handwerk und Touristik Erndtebrück)
  • Beleuchtung Weihnachtsmarkt Diedenshausen (Heimatverein Diedenshausen)
  • Mobile Lautsprecheranlage (Stadt Bad Laasphe)
  • Multimediawand Kulturhalle Berghausen (Verein für Kultur- und Heimatpflege Berghausen)
  • Technikausstattung Museum am Rothaarsteig (Heimatverein für Landwirtschaft & Brauchtum Bad Berleburg)
Höchste LEADER-Fördersumme für Ederauenpark

Höchste LEADER-Fördersumme für Ederauenpark

Jörg Schorge finanziert neues Ortszentrum für Erndtebrück

Erndtebrück, 22. Juli 2020. Der Ederauenpark wird das neue Herzstück für Erndtebrück. Die Planungen für die vielseitige Anlage werden immer konkreter. Initiator, Projektträger und Investor ist der Unternehmer Jörg Schorge. Mit dem frisch bewilligten Förderbescheid durch die Bezirksregierung in Arnsberg kann der Bau des Parks beginnen: 194.000 Euro der Projektkosten werden von LEADER Wittgenstein gefördert.

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) von LEADER Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, überreichte Jörg Schorge den Förderbescheid: „Es ist sehr besonders, dass eine Privatperson so ein großes Projekt finanziert. Zudem hat der Ederauenpark die bisher höchste Fördersumme von LEADER in dieser Periode erhalten.“ Die Gesamtkosten belaufen sich insgesamt auf knapp 300.000 Euro, 65 Prozent davon übernimmt LEADER.

„Ich träume schon seit einigen Jahren von einem zentralen und ansprechenden Begegnungsort in Erndtebrück. Der Ederauenpark ist die perfekte Lösung und ich freue mich riesig, dass wir ihn jetzt endlich realisieren können“, sagt der Initiator Jörg Schorge.

Das Ziel vor Augen motiviert nun alle Beteiligten noch mehr: Erndtebrück braucht einen zentralen Treffpunkt für alle Generationen – der Ederauenpark soll genau das werden. Spielplatz, Sitzgelegenheiten, Spazierwege und sogar ein Trimm-Dich-Pfad mit Fitnessgeräten sind fest im Plan. „Wir könnten uns vorstellen, im Winter bei genügend Schnee eine Loipe zum Skifahren zu integrieren“, erklärt der Unternehmer. Und auch seine Frau Nanette Schorge-Brinkman sprudelt vor Ideen: „Auf einem Bouleplatz können die Besucher die Kugelsportart ausprobieren.“

Das Element Wasser wird haptisch mit in das Konzept einbezogen. Als außerschulischer Lernort direkt an der Eder kann dort hautnah Wissen vermittelt werden. Die Nähe zum Startpunkt des Ederradwegs macht die neue Parkanlage auch zu einer Verweilstation auf der Fahrrad-Route. Bürgermeister Henning Gronau weiß den Einsatz vom Initiator sehr zu schätzen: „Was Jörg Schorge da für unsere Gemeinde leistet, ist einfach unglaublich. Wir danken ihm sehr dafür, dass er Erndtebrück ein neues Herzstück schenkt und den Ort auch für den Tourismus attraktiver macht.“

Bei diesem Projekt merkt man: Jörg und Nanette Schorge sind mit vollem Herzen dabei. „Wir wollen Erndtebrück etwas Besonderes geben und den Ortskern aufwerten.“ Der Unternehmer erklärt zuversichtlich: „Wenn alles gut läuft, können wir im Herbst dieses Jahrs schon anpflanzen. In 2021 wird der Park dann eröffnen.“

Niederlaasphe modernisiert Dorfrufanlage

Niederlaasphe modernisiert Dorfrufanlage

Dank LEADER-Förderung kann Tradition bestehen bleiben

Bad Laasphe, 6. Juli 2020. Die Dorfrufanlage ist seit 65 Jahren ein fester Bestandteil in Niederlaasphe. Doch die Qualität der Durchsagen verschlechtert sich zunehmend: Lautsprecher, Kabel und Masten sind nicht mehr im besten Zustand. Daher möchte der Verein für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe die Anlage teilerneuern und modernisieren. LEADER Region Wittgenstein unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung von knapp 10.800 Euro.

Bürgerversammlungen, Termine und Veranstaltungen der Vereine, Gottesdienste und Kindergottesdienste sowie Bestattungstermine und weitere Anlässe (in Absprache) werden per Dorfrufanlage in Niederlaasphe bekannt gegeben. Die Bewohner wissen die Vorteile dieser Technik sehr zu schätzen: „Innerhalb weniger Minuten können wir wichtige Informationen verbreiten oder das ganze Dorf zusammentrommeln. Davon profitieren alle Generationen und wir schließen niemanden aus“, so Christoph Limper, erster Vorsitzender des Vereins für Kultur- und Heimatpflege Niederlaasphe.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ stellte die Landeskommission fest, dass die Niederlaaspher Rufanlage die einzige in Nordrhein-Westfalen noch betriebene Anlage ist. Der Bad Laaspher Bürgermeister Torsten Spillmann weiß: „Dadurch hat Niederlaasphe ein Alleinstellungsmerkmal.“

Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehören die Durchsagen zum Ort dazu und haben für viele auch einen emotionalen Wert bekommen. Die Dorfmitglieder sind sich einig: Die Tradition darf nicht verloren gehen. „Es wäre fatal, wenn wir uns von diesem Brauchtum trennen würden. Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der LEADER-Förderung die Anlage modernisieren können“, sagt Waltraud Schäfer. Die Niederlaaspher Ortsvorsteherin ist seit 31 Jahren für die Durchsagen verantwortlich.

Aufgrund des hohen Alters der Bauteile ist die Anlage nicht mehr voll funktionstüchtig. Die Durchsagen sind durch den zunehmenden Verkehrslärm im Ort und neuen Wohnbaugebiete immer schlechter zu verstehen. Der Technikprofi im Verein für Kultur- und Heimatpflege, Markus Seidel, erklärt: „Wir wollen die Akustik qualitativ aufwerten. Daher erneuern wir Lautsprecher, Masten und Kabel. Der Verstärker und das Mikrofon bleiben aber erhalten.“

Knapp 16.500 Euro kostet die neue Technik inklusive Installation und Wartung durch ehrenamtliche Unterstützung. 65 Prozent der Gesamtkosten werden von LEADER übernommen. „In drei Wochen wollen wir mit den Arbeiten beginnen. Wir freuen uns über jede helfende Hand“, betont Limper.

Auch der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe von LEADER Region Wittgenstein, Holger Saßmannshausen, ist angetan von dem Projekt: „In Wittgenstein ist es immer ein großes Thema, die Traditionen aufrecht zu erhalten. Die Dorfrufanlage in Niederlaasphe ist etwas ganz besonders. Wir freuen uns, dass LEADER dieses Projekt fördert.“

Übergabe des LEADER-Förderbescheids "Digitales Schaufenster"

Bonuspunkt-Verein: „Wegweiser ins digitale Schaufenster“

LEADER und IHK unterstützen Projekt zur Stärkung und Weiterentwicklung regionaler Betriebe

Wittgenstein, 2. Juli 2020. Einzelhandel und Gastronomie gehen neue Wege. Allen voran der Verein Bonuspunkt Wittgenstein. „Wegweiser ins digitale Schaufenster“ heißt das Projekt. Dabei geht es um innovative Formate für die Präsentation und Vermarktung, die Verknüpfung der Vertriebskanäle sowie die Stärkung von wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Kooperationen für das Standortmarketing in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück – über allem steht das Ziel, die regionalen Betriebe zu stärken und weiterzuentwickeln.

Herausforderung und Chance
Startschuss für das Vorhaben gab Holger Saßmannshausen in seiner Funktion als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der LEADER-Region Wittgenstein; er überreichte jetzt den Förderbescheid der Bezirksregierung Arnsberg an Jens Schmidt, Vorsitzender des Bonuspunkt-Vereins. „Die wirtschaftliche Situation für den stationären Einzelhandel und für die Gastronomie ist von großen Existenzängsten geprägt“, sagte Holger Saßmannshausen. „Die Coronakrise hat die Lage weiter verschärft. Denn da hatten auch die Bürger Sorge, sich nicht mehr ausreichend versorgen zu können. Ein digitales Schaufenster kann beiden Anliegen Rechnung tragen.“

Lebendiges Zentrum
Das jetzt startende Teilprojekt hat ein Volumen von rund 60.000 Euro. 65 Prozent werden durch LEADER gefördert, die restlichen Projektkosten finanziert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen in Form von Drittmitteln. „Wir möchten die Händler dazu ermutigen, neue Techniken im Rahmen des Forschungsprojekts aktiv auszuprobieren. Durch die gesammelten Erfahrungen können sie dann selbst entscheiden, was die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Attraktive Einkaufsstandorte zeichnen sich schließlich durch einen lebendigen Einzelhandel und eine ansprechende Gastronomie aus“, erklärt Marco Butz das finanzielle Engagement der IHK Siegen. „Aus diesem Projekt werden wir zudem Handlungsempfehlungen für Händler in anderen Kommunen ableiten, deren Kommunen ähnlich ländlich strukturiert sind.“

Drei Fördermodule
Das Fördermodul 1 umfasst zunächst die Analysephase unter wissenschaftlicher Begleitung. Die Analyse (Dauer: 6 Monate) ist nur ein erster Schritt, mit der Konzeption (12 Monate) und der Umsetzung (15 Monate) sollen aufeinander aufbauend zwei weitere folgen. Die LEADER-Anträge für die Fördermodule 2 und 3 sollen zu späteren Zeitpunkten gestellt werden. Durch dieses Vorgehen können die Fördermaßnahmen bedarfs- und zielgerecht auf die Projektphasen zugeschnitten werden.

Auftakt: Sechsmonatige Analysephase
Um in die richtige Richtung zu laufen, soll zunächst mit dem ersten Modul eine ausreichend differenzierte, regional bezogene Informationsgrundlage geschaffen werden. Notwendige Grunddaten liefert die Analyse in einem auf sechs Monate konzentrierten Prozess mit dem Schwerpunkt empirischer Erhebungen bei Händlern und Kunden in der Projektregion Wittgenstein. Angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie-Zeit werden die Befragungen online erfolgen.

Menschen miteinander vernetzen
Auch die Wittgensteiner Bürgermeister stehen hinter dem Projekt: „Wir werden die Projektträger unterstützen, wo wir können“, betonten Bernd Fuhrmann (Bad Berleburg), Dr. Torsten Spillmann (Bad Laasphe) und Henning Gronau (Erndtebrück). „Es wird ein langer Weg, aber er wird sich lohnen, wenn wir ihn alle gemeinsam gehen“, zeigte sich Jens Schmidt überzeugt. „Die Sichtbarkeit, der Austausch und die Anbindung über digitale Elemente tragen umfassend dazu bei, die Menschen miteinander zu vernetzen und ihnen so die Versorgung mit Gütern jeglicher Art zu ermöglichen.“ Gerade die Coronakrise habe die Anforderungen der Verbraucher und Potenziale der Händler noch einmal verdeutlicht, so dass Digitalisierung und Technologisierung des Einzelhandels allen Kunden zugutekommen können. In jeder Phase hat das Projekt „Wegweiser ins digitale Schaufenster“ ein großes Ziel: eine auf die ländliche Region Wittgenstein zugeschnittene Strategie digitaler Angebotsvermarktung.