Veränderungen in der Stadtbücherei geplant

Veränderungen in der Stadtbücherei geplant

LEADER bewilligt die Konzeptentwicklung / Bürgerbeteiligung mit Video-Konferenz

Bad Berleburg, 27. Mai 2020. Die Bedeutung von Bibliotheken hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die Menschen passen ihre Nutzungsgewohnheiten der voranschreitenden Digitalisierung an, das Leseverhalten verändert sich: So werden E-Book und E-Paper zunehmend beliebter. Diese Veränderung spürt auch die Stadtbücherei in Bad Berleburg. Gemeinsam mit der Bevölkerung möchte die Stadt ein Konzept für die Zukunftsgestaltung der Bücherei entwickeln. Nachdem jetzt der Förderantrag für die Finanzierung des Projektes durch LEADER bewilligt wurde, kann die Konzepterarbeitung beginnen.

Erste Schritte in Richtung Digitalisierung

Rund 15.000 Bücher, Hörspiele und Filmen befinden sich derzeit in der Sammlung der Stadtbücherei. Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen die Räumlichkeiten im Alten Landratsamt regelmäßig als Rückzugsort, Leseecke oder Lernplatz. Erste digitale Schritte hat die Stadt Bad Berleburg bereits gemacht: mit GoLibri, dem Online-Bibliotheksverbund Südwestfalen und OnLeihe24, der 24-Stunden-Online-Bibliothek. Daran will die Stadtbücherei anknüpfen. Aufgrund des neuen Nutzerverhaltens ist eine Veränderung des jetzigen Konzeptes dringend notwendig.

Bestehende Nutzer behalten, neue Kunden gewinnen

Damit sich die Bad Berleburger mit dem neuen Konzept der Stadtbücherei identifizieren können, sollen sie eigene Ideen und Vorschläge einbringen. So werden neue Nutzergruppen kennengelernt und bestehende Gewohnheiten beachtet. In einem offenen Prozess ist jeder eingeladen, seine Kreativität in die Konzepterarbeitung einfließen zu lassen. Durch die intensive Bürgerbeteiligung soll die Stadtbücherei in Zukunft zu einem zentralen Treffpunkt und Begegnungsort werden.

LEADER übernimmt 65 Prozent der Kosten

Das zukunftsfähige Konzept wird von einer externen Agentur angefertigt. Der hohe Aufwand hat seine Kosten: 65.000 Euro. Durch den bewilligten Antrag – nach Zustimmung und Beschluss durch die Lokale Aktionsgruppe und der Bezirksregierung – werden 65 Prozent der Kosten von dem Förderprogramm LEADER übernommen. Die restlichen 20.000 Euro müssen mit Eigenmitteln gestemmt werden. Bis spätestens Ende August soll das Ergebnis vorliegen.

Änderungen durch Corona

Geplant war, in einem moderierten Prozess Ideen zu sammeln. Aufgrund der aktuellen Auflagen durch die Coronavirus-Pandemie ist die Form einer ´klassischen´ Bürgerversammlung derzeit aber nicht möglich. Die Stadt reagiert mit digitalen Möglichkeiten: In einem Online-Workshop im Zeitraum von zwei Wochen soll das zukunftsfähige Konzept entwickelt werden: Per Video-Konferenz können sich Bürger, Vereine und Institutionen an der Erarbeitung beteiligen. Wer nicht digital unterwegs ist, kann trotzdem mitmachen: Bürger und Bürgerinnen können ihre Ideen auch auf einem Zettel einreichen.

Auch das von LEADER bewilligte Projekt „Theaterpädagogischer Workshop im Unterricht mit Aufführung eines Theaterstückes“ muss aufgrund der Pandemie erst einmal verschoben wird.